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© Mara Belger

Mara Belger

Schicksalserbin

Das Zeichen der verborgenen Macht

Selfpublishing / epubli (2026) | 320 Seiten
ISBN: 978-3-565-33190-1
Genre: Fantasy, Coming of Age, Abenteuer | Altersempfehlung: ab 12 – 17
Klappentext:

Nach der Trennung ihrer Eltern zieht die sechzehnjährige Loana mit ihrer Mutter in das alte Haus ihrer verstorbenen Großmutter. Doch schon bald merkt sie, dass mit diesem Ort etwas nicht stimmt: Eine Tür öffnet sich nur für sie und in ihren Träumen taucht sie immer wieder in eine fremde Welt voller Magie ein. Als sich eines Nachts ein Tor öffnet und Loana in eine magische Welt gelangt, erkennt sie, dass ihre Träume mehr sind als bloße Fantasie.
In dieser geheimnisvollen Parallelwelt erfährt sie von einem uralten Konflikt – einem Kampf zwischen Licht und Dunkelheit, der das Schicksal einer ganzen Welt bedroht. Der dunkle Magier Mirokh hat große Teile des Landes unter seine Kontrolle gebracht. Ein geheimer Orden und eine Rebellengruppe leisten Widerstand, doch ihre Hoffnung ruht auf einer alten Prophezeiung: Eine Auserwählte soll erscheinen und die Macht des Magiers brechen.

Diese Auserwählte ist Loana.

Plötzlich steht sie mitten in einem Krieg, für den sie nie bestimmt sein wollte. Während sie im Orden in Kampf und Magie ausgebildet wird, muss Loana lernen, mit Gefahren, Verlust und Verrat umzugehen. Doch obwohl alle in ihr die Retterin sehen, zweifelt sie selbst daran, dieser Aufgabe gewachsen zu sein.

Denn um diese Welt zu retten, muss sie mehr tun, als nur gegen einen mächtigen Feind zu kämpfen.
Sie muss den Mut finden, ihre eigene Stärke zu entdecken – bevor die Dunkelheit endgültig über diese Welt siegt.

Kurzbewertung

Handlung & Spannung:
schöner Spannungsbogen

Idee & Originalität:
Prophezeihungen, Magie und Schicksal in einem schönen neuen Gewand

Cover & Aufmachung:
optisch etwas unruhig, generell passend zum Thema

Charaktere & Entwicklung:
nachvollziehbare Charakterentwicklungen

Schreibstil & Sprache:
ruhig und atmosphärisch, stark dialoglastig

Gesamtbewertung:

Über Instagram bin ich auf die Autorin Mara Belger aufmerksam geworden und habe mir den Roman anschließend als Printausgabe selbst bestellt. Das Buch präsentiert sich optisch ansprechend: Das Cover wirkt stimmungsvoll und verfügt über eine angenehme Soft-Touch-Haptik, wenngleich die Gestaltung für mich etwas unruhig erscheint. Der Buchsatz ist sauber und professionell ausgeführt. Lediglich das strahlend weiße Innenpapier blendet bei hellem Licht etwas stärker als gewünscht.

Als Rezensentin messe ich Selfpublisherinnen und Verlagsautorinnen stets an denselben Maßstäben – unabhängig davon, ob es sich um ein Rezensionsexemplar, einen etablierten Verlag oder eine Eigenveröffentlichung handelt. Für ein Debütroman ist das vorliegende Werk bemerkenswert gelungen. Es handelt sich um ein spannendes und unterhaltsames Jugend-Fantasy-Buch, das seine Zielgruppe von 12 bis 17 Jahren sehr gut erreicht, auch wenn ich als erwachsene Leserin spüre, dass ich nicht mehr vollständig im Kernpublikum liege.

Handlung (spoilerfrei)

Die sechzehnjährige Loana wächst in zerrütteten familiären Verhältnissen auf. Die anhaltenden Streitigkeiten ihrer Eltern und die wiederholt angekündigten, jedoch nie verwirklichten Trennungen prägen ihren Alltag. Als ihre Mutter schließlich Ernst macht, ziehen die beiden kurzfristig in das alte Haus der verstorbenen Großmutter.

Dort nimmt Loanas Leben eine unerwartete Wendung: Seltsame Träume suchen sie heim und eines Nachts führt ein Tor sie in eine fremde, magische Parallelwelt. Schnell findet sie sich inmitten eines erbitterten Konflikts wieder, in dem der dunkle Magier Mirokh weite Teile des Landes unter seine Kontrolle gebracht hat. Ein geheimer Orden nimmt sie auf und setzt seine Hoffnung in die alte Prophezeiung, dass Loana die Auserwählte sein könnte, die das Schicksal dieser Welt zum Guten wenden kann.

Während ihrer Ausbildung in Kampf und Magie muss Loana lernen, mit Gefahren, Verrat und ihrer eigenen inneren Zerrissenheit und Angst umzugehen. Die Geschichte verknüpft klassisches Portal-Fantasy mit Coming-of-Age-Elementen zu einem dichten Geflecht aus Worldbuilding, Legenden und persönlichem Wachstum.

Charaktere und Entwicklung

Loana ist eine sympathische und schlagfertige Protagonistin, mit der sich die junge Leserschaft leicht identifizieren kann. Geprägt von ihrem schwierigen familiären Hintergrund, hat sie gelernt, sich emotional zu schützen, und trägt eine spürbare Portion Wut und Misstrauen mit sich. Ihre größte Stärke, und zugleich ihre größte Herausforderung, liegt in der tiefen Angst, andere zu enttäuschen. Ihre Entwicklung von der verunsicherten Jugendlichen zur jungen Frau, die lernt, an sich selbst zu glauben, wirkt glaubwürdig und nachvollziehbar.

Besonders gefallen hat mir tatsächlich Samuel. Er beginnt als charmanter und fähiger „Mitschüler“ im Orden und entwickelt sich zu einem der vielschichtigsten Charaktere des Romans. Seine Beziehung zu Loana gewinnt echte emotionale Tiefe und birgt substanzielle Konflikte. Auch Nebenfiguren erhalten klare Konturen, wenngleich die große Anzahl an Namen, die genannt werden, und Schicksalen dazu führt, dass nicht alle Figuren gleichermaßen prägnant in Erinnerung bleiben.

Schreibstil, Weltbau und Erzähltechnik

Der Schreibstil ist klar, jugendlich und stark dialogorientiert – typisch für das Young-Adult-Fantasy-Genre. Die Autorin beweist ein gutes Gespür für Erzähltempo und entfaltet eine detailreiche, ambitionierte Welt mit zahlreichen Namen, Legenden, Mythen und magischen Ordnungen. Das Worldbuilding ist spürbar sorgfältig durchdacht.

Ein kleiner Wehmutstropfen für mich persönlich: Viele Informationen werden eher erzählt als gezeigt, und längere Dialogpassagen wiederholen zentrale Konflikte und emotionale Motive mehrfach (die Unmöglichkeit der Rückkehr, die Notwendigkeit von Mut, die Bedrohung durch Mirokh). Für die Zielgruppe von 12 bis 17 Jahren mögen diese Wiederholungen hilfreich und orientierend wirken. Als erwachsene Leserin empfand ich sie jedoch teilweise als redundant. Etwas mehr „Show, don’t tell“ sowie tiefere innere Monologe hätten der Geschichte an einigen Stellen zusätzliche emotionale Dichte und Nuancen verleihen können. Aber an dieser Stelle. Ich bin nicht die Hauptzielgruppe. Das ist einfach wirklich sehr hohe Kritik und persönliche Meinung.

Meine Meinung (mit Spoilern)

Trotz einiger konstruierter Momente, die mich als erwachsene Leserin stutzen ließen wie beispielsweise die Häufung glücklicher Zufälle bei der Suche nach der Urmagierin Ivinyar, hat mich die Geschichte insgesamt gut gefesselt.

Besonders gelungen sind die emotionalen Höhepunkte: Loanas Visionen, das gefährliche Ritual bei Ivinyar, ihre Gefangennahme, der Verrat innerhalb des Ordens und vor allem der komplexe Charakterbogen Samuels. Die Enthüllung seiner Herkunft, sein Geständnis und sein letztendlicher Seitenwechsel aus Liebe und Einsicht gehören zu den berührendsten und am besten ausgearbeiteten Passagen des Romans. Die finale Schlacht wirkt verdient und dramatisch, auch wenn Loana am ersten Tag noch im Zelt verweilt und Magie übt.

Die Gewaltdarstellung bleibt für die Altersklasse angemessen: spürbar, doch nie reißerisch oder übermäßig explizit. Loanas persönlicher Reifeprozess wirkt authentisch, und das Ende mit der Rückkehr zu ihrer Mutter rundet den emotionalen Bogen stimmig ab.

Fazit

„Schicksalserbin“ ist ein ambitioniertes und starkes Debüt, das klassische Fantasy-Elemente mit einer sympathischen Heldin und viel emotionaler Substanz verbindet. Kleinere Schwächen im Erzählrhythmus und bei der Informationsdichte sind für mich verzeihlich und mindern den Lesegenuss nur geringfügig.

Für Leserinnen und Leser zwischen 12 und 17 Jahren dürfte der Roman ein echter Gewinn sein: actionreich, emotional und mit der richtigen Balance aus Spannung und Wiederholung, um den Überblick zu wahren. Als erwachsene Leserin habe ich das Buch mit Freude gelesen und wurde durchgehend unterhalten. Die Autorin zeigt deutliches erzählerisches Potenzial und weckt Neugier auf ihre weiteren Werke. Eine klare Leseempfehlung für alle, die junge, mutige Heldinnen, magische Welten sowie eine gelungene Mischung aus Abenteuer, dezenter Romantik und Verrat schätzen.

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