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Nadja Schindler

Demonblood

Sein Feuer auf meiner Haut
(Witch Fire Band 2)

Lycrow Verlag (2026) | 368 Seiten
ISBN: 978-3-690-28384-7
Genre: Fantasy, Romance | Altersempfehlung: ab 16
Tropes: Lovers to Enemies to Lovers, Demons x Wicca, Trip through Hell, Resurrection with a Price, Only One Bed, Touch Her and Die, Soft Only for Her

Klappentext:

Kathleen ist kein Mensch mehr. Sie ist eine Wolfsdämonin – gebunden an den Dämonenfürsten Varokain, den sie hasst und zugleich begehrt. Er ist arrogant. Gefährlich. Und der Einzige, der ihr beibringen kann, ihre neuen Kräfte zu kontrollieren.
Gefangengen in seinem zerfallenden Reich verstrickt sie sich immer tiefer in ein Band aus Schuld, Macht und verbotener Anziehung. Doch als Kathleen erfährt, dass eine verlorene Seele vielleicht noch gerettet werden kann, gerät alles ins Wanken.

Der Weg durch das grausame Seelenlabyrinth zwingt sie, sich ihrer Vergangenheit, ihrer Dunkelheit und ihrem Verlangen zu stellen. Am Ende bleibt nur eines: Menschlichkeit, Erlösung, oder eine Ewigkeit in der Hölle an Varokains Seite.

Als Krieg und Verrat die Unterwelt erschüttern, erkennt Kathleen: Liebe ist kein Versprechen, sondern eine Entscheidung. Und sie fordert ihren Preis.

Transparenzhinweis: Diese Rezension basiert auf einem kostenlos zur Verfügung gestellten Leseexemplar des Verlags/der Autorin.

Kurzbewertung

Handlung & Spannung:

Idee & Originalität:

Cover & Aufmachung:

Charaktere & Entwicklung:

Schreibstil & Sprache:

Gesamtbewertung:

Nachdem Band 1 mit einem Cliffhanger geendet hatte, war ich sehr gespannt, wie es mit Kathleen und Varokain weitergeht. Also bin ich direkt in Band 2 gestartet. Es setzt nahtlos fünf Tage nach den Ereignissen des ersten Teils ein und zieht einen sofort wieder in die Geschichte hinein.

Handlung (spoilerfrei)

Kathleen ist kein Mensch mehr. Als Wolfsdämonin an Varokain gebunden, muss sie lernen, mit ihren neuen Kräften umzugehen, während das zerfallende Reich um sie herum und die drohenden Intrigen der anderen Höllenfürsten alles noch komplizierter machen. Die Suche nach Sams verlorener Seele führt sie in gefährliche Bereiche der Unterwelt, wo Vergangenheit, Schuld und Verlangen aufeinandertreffen. Zwischen Training, politischen Machtspielen und einem Trip durch die Hölle muss Kathleen Entscheidungen treffen, die nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern auch das der Menschen betreffen, die ihr wichtig sind.

Tropes

Lovers to Enemies to Lovers, Demons x Wicca, Trip through Hell, Resurrection with a Price, Only One Bed, Touch Her and Die, Soft Only for Her

Charaktere und Entwicklung

Kathleen bleibt eine starke, aber zerrissene Figur. Ihre Verwandlung zur Dämonin und der innere Kampf zwischen Hass, Verlangen und dem Wunsch nach Menschlichkeit machen sie glaubwürdig und vielschichtig. Man spürt ihren Herzschmerz und ihre moralischen Dilemmata sehr deutlich, besonders wenn es um Sam und Varokain geht.

Varokain ist weiterhin sarkastisch, arrogant und selbstgefällig, zeigt aber auch verletzliche Seiten. Er liebt auf seine eigene, besitzergreifende Art und ist nur für sie wirklich weich. Die Dynamik zwischen den beiden trägt einen großen Teil der Spannung.

Sam hat sich stark verändert. Durch das Dämonenblut und die neuen Entwicklungen wird er zu einer tragischen Figur, die zwischen Welten hängt. Seine Rolle ist nicht mehr die des besten Freundes, sondern rutscht ein wenig in den Hintergrund und fungiert mehr als Motor für die Handlung.

Neue Figuren wie Theressa bringen zusätzliche Intrigen und Misstrauen mit ein. Und nein … ich vertraue ihr trotz allem immer noch nicht so wirklich. Sie hat einfach diese unterschwellige Art an sich, bei der man glaubt, die würde Kathleen doch noch ein Messer in den Rücken rammen.

Schreibstil, Worldbuilding usw.

Nadja Schindler bleibt ihrem direkten, flüssigen Stil treu. Der sarkastische Humor und die blutrünstigen Elemente sind auch im zweiten Band vorhanden, die Spicy-Szenen bleiben detailliert und intensiv (und deshalb für mich immer noch keine Altersempfehlung ab 14). Das Worldbuilding wird deutlich erweitert. Man erfährt mehr über die Struktur der Hölle, die verschiedenen Ringe, Städte und Dämonenarten. Es fühlt sich wie eine düstere Spiegelung der Menschenwelt an, ohne dass es überladen wirkt. Die Infos werden schön eingeflochten, während die Charakterdynamik im Vordergrund bleibt.

Meinung (mit Spoilern)

Band 2 hat mich ähnlich gut unterhalten wie der erste Teil, auch wenn die Gewichtung etwas anders liegt. Die ersten zwanzig Prozent drehen sich stark um Kathleens Training und das Annähern an ihre Wolfsdämonenkräfte. Sie lernt erstaunlich schnell, was gut zu ihrer Hexenvergangenheit passt. Die Szenen, in denen die beiden sich trotz aller Wut und Zerrissenheit näherkommen, haben richtig gut funktioniert. Man spürt den Herzschmerz, weil Kathleen hin- und hergerissen ist zwischen Hass und Liebe, während Varokain versucht, alles mit Sarkasmus zu überspielen.

Der Ausflug zum Ratstreffen der Höllenfürsten und die Angriffe unterwegs bringen Tempo rein. Sams Auftauchen mit schwarzen Flügeln war ein starker Moment. Die Entführung durch Theressa, Varokains Ex-Frau und Herrscherin des sechsten Kreises, hat mich misstrauisch gemacht. Ich habe ihr nie ganz getraut, auch wenn sie vorgibt, Kathleen helfen zu wollen.

Der Trip ins Limoris, die Zone zwischen Leben und Tod, war einer der intensivsten Teile. Kathleen stellt sich ihren Ängsten, Reue und moralischen Prüfungen. Es geht viel um innere Konflikte und die Entscheidung für die Menschlichkeit und für Sam, auch wenn das bedeutet, Varokain aufzugeben. Die Prüfungen waren kürzer als erwartet, haben aber emotional gepasst.

Nachdem Kathleen ihre Seele zurückbekommt und wieder Mensch wird, entsteht eine schmerzhafte Distanz zwischen ihr und Varokain. Theressa nutzt die Lücke geschickt aus. Und wenn es 3 Bände gewesen wären, statt einer Dilogie, hätte ich mir hier definitiv mehr gewünscht, um alle Figuren noch einmal schön durch das Drama der Beziehungen zu schicken, aber so hatte alles eine angemessene Länge und ihren eigenen Raum zum Wirken.

Der Showdown ist actionreich und dramatisch, selbst wenn ich mir hier eine wirkliche Möglichkeit gewünscht hätte, dass Kathleen den Schlussstrich ziehen darf. Das war mir dann ein wenig zur Kurz zu Lasten all dessen, was eben noch danach folgen musste, denn Kathleen muss noch einmal nach Limoris – um ihre eigene menschliche Seele für Varokain zu zerstören. Und im Anschluss opfert sie noch ihre restlichen Wicca-Kräfte für Sam. Ich weiß gar nicht an welchem Punkt diese Achterbahnfahrt der Gefühle überhaupt zur Ruhe kommen konnten: Ach ja, im Epilog. Durchaus versöhnlich, wenn auch mit einem bitteren Beigeschmack der schlichten menschlichen Sterblichkeit.

Fazit

„Demonblood: Sein Feuer auf meiner Haut“ liefert eine starke Fortsetzung, die das Worldbuilding vertieft und die Beziehung zwischen Kathleen und Varokain auf die Probe stellt. Die Mischung aus Action, inneren Kämpfen, Verrat und Romantik funktioniert. Die Dilogie schließt rund ab und hat mich insgesamt sehr gut unterhalten. Wer Band 1 mochte, sollte auch hier zugreifen. Irgendwie hoffe ich darauf, dass die Autorin doch noch irgendwann die Geschichte fortsetzt. Die Hölle und ihre Reiche als auch im Grunde eine Gefahr durch Luzifer würden so viel Potential bieten und dann wurden ja auch noch die Engel und der Himmel angesprochen – liebe Nadja, wenn du bis hier hin gelesen hast: Ich würde es absolut unterstützen!

 

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