Karolyn Ciseau
It Takes a Monster …
Dragonblood Academy 1
Um Drachenreiterin zu werden, ist Lyra gezwungen, am Bindungsritual der Dragonblood Academy teilzunehmen. Denn es braucht zwei Menschenseelen, um einen Drachen zu rufen. Ihre Gedanken verschmelzen mit denen ihres Seelenpartners – seine dunkle Stimme zieht Lyra unwiderstehlich in ihren Bann. Doch als sie ihm zum ersten Mal gegenübersteht, zerbricht ihre Welt. Kael ist nicht nur ein gefährlicher Krieger, sondern auch der Sohn des Mannes, der ihren Vater ermordet hat. Kann Lyra ihm vertrauen? Oder wird sie an ihrer Rache festhalten, selbst wenn sie dadurch alles verliert: ihren Drachen, ihre Freiheit und vielleicht sogar ihr Herz?
Kurzbewertung
Handlung & Spannung:
Idee & Originalität:
Cover & Aufmachung:
Charaktere & Entwicklung:
Schreibstil & Sprache:
Gesamtbewertung:
Als Mitglied eines Bloggerteams auf Instagram erhielt ich ein Rezensionsexemplar von „It Takes a Monster …“. Obwohl ich die Dilogie ohnehin kaufen wollte und nur auf den zweiten Band warten wollte, freue ich mich besonders über die frühe Möglichkeit, die Autorin Karolyn Ciseau damit zu unterstützen. Das Buch erschien im Sommer 2025 und markiert den Auftakt einer Drachen-Romantasy-Reihe, die sich um Seelenbünde, alte Fehden und eine Akademie voller Drachenreiter dreht.
Handlung (spoilerfrei)
Lyra wächst in Haus Ignis auf und trägt seit ihrer Kindheit den Wunsch nach Rache in sich. Ihr Vater starb in einer Schlacht, und sie macht Darius Durnholde aus dem verfeindeten Haus Noctis dafür verantwortlich. Um Drachenreiterin zu werden, muss sie am Bindungsritual der Dragonblood Academy teilnehmen. Dort werden zwei Seelenpartner miteinander verbunden, deren gemeinsame Kräfte erst einen Drachen rufen können. Das Band zwischen den Partnern ist tief und schwer aufzulösen. Es verbindet Gedanken, Gefühle und Schicksale.
Lyra wird mit Kael Durnholde verbunden, dem Sohn ihres Erzfeindes. Die folgenden Wochen und Monate an der Akademie fordern von beiden Seiten Vertrauen auf, während Noxumbra, gefährliche Schattenwesen, die Welt bedrohen. Diese Wesen können Tote als Marionetten wiedererwecken und Schattenwölfe beschwören. Zwischen Unterricht, gemeinsamen Kämpfen und wachsender Nähe müssen Lyra und Kael lernen, mit ihrer Verbindung umzugehen. Die Akademie teilt sich in die Häuser Ignis, Noctis, Terra und Aeris. Schlachten gegen die Noxumbra wechseln sich mit persönlichen Konflikten ab und sorgen für ein dynamisches Tempo.
Tropes
enemies to lovers, soul bonds, forced proximity, academy setting, revenge plot, dragon riders, family secrets, betrayal, political intrigue, slow burn romance
Charaktere und Entwicklung
Lyra zeigt sich als temperamentvolle, aufbrausende junge Frau, die ihre Gefühle nur schwer zurückhalten kann. Ihre Trauer um den Vater und der Wunsch nach Gerechtigkeit prägen sie stark. Im Verlauf der Geschichte lernt sie, ihre eigenen Vorurteile zu hinterfragen und mit den Konsequenzen ihrer Entscheidungen umzugehen. Ihre Entwicklung wirkt authentisch, weil sie nicht plötzlich weich wird, sondern schrittweise mit inneren Widersprüchen ringt.
Kael wirkt auf den ersten Blick wie der klassische dunkle, gefährliche Krieger. Er ist sarkastisch, flirty und mutig, doch darunter liegt eine melancholische, in sich gekehrte Seite. Seine Vergangenheit als Fußsoldat an der Front und die schwierige Beziehung zu seinem Vater Darius haben ihn geformt. Die Art, wie er mit Lyra umgeht, zeigt Geduld und echte Zuneigung, ohne dabei aufdringlich zu wirken.
Nebenfiguren wie der adoptierte Bruder Devon oder Lyras Schwestern und ehemalige Freunde aus Haus Ignis erhalten genug Raum, um die Welt lebendig zu machen, auch wenn die Geschichte primär aus Lyras Perspektive erzählt wird.
Schreibstil, Worldbuilding usw.
Karolyn Ciseau schreibt flüssig und immersiv. Die Beschreibungen der Drachen, der Akademie und der Kämpfe gegen die Noxumbra sind anschaulich, ohne sich in endlosen Details zu verlieren. Das Worldbuilding baut auf den vier Häusern auf, die unterschiedliche Elemente und Traditionen repräsentieren. Besonders gelungen sind die Szenen der Bindungszeremonie und der nächtlichen Rituale, die eine alte, fast archaische Atmosphäre schaffen. Die Wechsel zwischen ruhigen Momenten des Vertrauensaufbaus und intensiven Schlachten halten die Spannung aufrecht. Der Fokus liegt klar auf der emotionalen und romantischen Entwicklung, während die Bedrohung durch die Noxumbra als ständiger Schatten im Hintergrund wirkt.
Hier und da sind jedoch diese Elemente, wie wir sie aus einigen anderen Romanen auch schon kennen. Abgesehen von den Drachen und dem Seelenbund über den mittels Gedanken kommuniziert werden kann. Wir haben vier Häuser. Vier Traditionen. Innere Feindschaften. Und die äußere Bedrohung, durch unbekannte Schattenwesen. Allerdings ist alles sehr angenehm ich ein neues Konzept verpackt.
Und ich habe tatsächlich auch noch nie ein Buch gelesen, bei dem mir im Epilog klar wurde, dass ich über 400 Seiten hinweg gnadenlos angelogen wurde.
Meinung (mit Spoilern)
Der Prolog setzt gleich einen starken Ton. Aus Lyras Perspektive erleben wir den Tod ihres Vaters, als sie elf Jahre alt war. Die alte Fehde zwischen Haus Ignis und Haus Noctis wird sofort spürbar. Kael, der zwei oder drei Jahre ältere Sohn von Darius, verhindert damals, dass sie ihren Racheakt ausführt. Der Sprung zur Akademie und zum Bindungsritual funktioniert gut. Die drei Wochen des Kennenlernens über Gedanken und Gefühle erzeugen eine besondere Intimität, bevor die beiden sich physisch begegnen.
Kael erweist sich schnell als komplexer Charakter. Er hat zwei Jahre an der Front verbracht und wird von vielen als Held gefeiert, was in Haus Ignis natürlich anders gesehen wird. Der schwarze Schattendrache mit goldenen Augen, den Kael zunächst scherzhaft „Fluffy“ nennt, sorgt für leichte Momente.
Die Entwicklung der Beziehung zwischen Lyra und Kael fühlt sich trotz des Seelenbundes nicht zu einfach an. Lyra bleibt lange schroff und verweigert sich ihren Gefühlen. Kael hingegen akzeptiert ihre Grenzen, etwa in der Bindungsnacht, in der die körperliche und seelische Verbindung traditionell vollzogen wird. Die Szenen im Haus Noctis zeigen deutlich die Vorbehalte gegenüber Lyra. Darius Durnholde bleibt ein harter, emotionsloser Vater, der Kael früher auspeitschte, um ihn abzuhärten.
Besonders spannend wird es, als Devon ins Spiel kommt. Er tanzt mit Lyra auf einem Fest und sät Zweifel, indem er andeutet, dass Kael die Bindung manipuliert habe. Der fast gewalttätige Übergriff Devons und Kaels Eingreifen markieren einen Wendepunkt. Das Ultimatum, das Kael seinem Vater stellt, zeigt dessen Entschlossenheit. Die Enthüllungen über Kaels Mutter Eileen Durnholde bringen neue Schichten in die Fehde. Ihr Tod, der Rat der vier Häuser und die Beteiligung von Haus Ignis verändern Lyras Sichtweise grundlegend.
Fazit
„It Takes a Monster …“ liefert eine starke Grundlage für die Dilogie. Die Mischung aus Akademie-Alltag, Drachenmagie, politischen Intrigen und einer komplizierten Liebesgeschichte funktioniert gut. Lyra und Kael sind Figuren, mit denen man mitfiebert, auch wenn ihre Ausgangssituation fast aussichtslos scheint. Die Welt der vier Häuser und die Bedrohung durch die Noxumbra bieten genug Potenzial für weitere Entwicklungen. Wer romantische Fantasy mit starken emotionalen Konflikten und actionreichen Szenen mag, findet hier einen unterhaltsamen Einstieg. Ich bin gespannt, wie die Geschichte in Band zwei weitergeht.