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StoryScan

schattenwächter

Lars Meyer

Legende der Schattenwächter

Jagd nach dem Gjallarhorn (Band 2)

Illustrationen/Fotografien von: Isabeau Backhaus
Südpol Verlag (2026) | 448 Seiten
ISBN: 978-3965944220
Genre: Fantasy Abenteuert | Altersempfehlung: ab 12
Klappentext: Armin kann sein Glück kaum fassen: Es gibt ein Lebenszeichen seiner seit mehr als 10 Jahren verschwundenen Mutter! Zusammen mit Nari und Halbelfe Viktoria macht er sich auf den Weg nach Norwegen. Im Bergwerk des mächtigen Konzerns Magus Signum wurde sie zuletzt gesehen. Die drei begeben sich auf eine lebensgefährliche Reise, auf der sie nicht nur mit Dämonen der Unterwelt kämpfen müssen, sondern versuchen, über die brennende Regenbogenbrücke Bifröst ins Reich der Götter vorzudringen …
Transparenzhinweis: Diese Rezension basiert auf einem kostenlos zur Verfügung gestellten Leseexemplar des Verlags.

Kurzbewertung

Handlung & Spannung:

Idee & Originalität:

Cover & Aufmachung:

Charaktere & Entwicklung:

Schreibstil & Sprache:

Gesamtbewertung:

Gut ein Jahr nach Band 1 und dem jetzigen Erscheinen von „Legende der Schattenwächter – Jagd nach dem Gjallarhorn“ habe ich den zweiten Band der Reihe von Lars Meyer gelesen. Nach dem Auftakt mit den drei Jugendlichen und dem Dunkeltor geht die Geschichte weiter, und die Figuren sind ein Jahr älter geworden. Die Umstände haben sie reifen lassen, und das spürt man.

Handlung 

Armin Sturm erhält ein Lebenszeichen seiner seit über zehn Jahren verschwundenen Mutter. Zusammen mit Nari und der Halbelfe Viktoria macht er sich auf den Weg nach Norwegen. Dort, im Bergwerk des mächtigen Konzerns Magus Signum, soll sie zuletzt gesehen worden sein. Die drei geraten in eine lebensgefährliche Suche, die sie nicht nur gegen Dämonen der Unterwelt kämpfen lässt, sondern über die brennende Regenbogenbrücke Bifröst bis ins Reich der Götter führt. 

Während sie versuchen, Rune zu finden und später etwas zu beschaffen, das ihr Überleben sichert, bleibt die Bedrohung durch eine übergeordnete Organisation allgegenwärtig. Fragen nach dem Ausmaß der freigesetzten Magie, der Zerstörungskraft alter Artefakte und dem wahren Wesen des Dunkeltors drängen sich auf. Die Freundschaft der drei Jugendlichen wird durch neue Gefühle und Eifersüchteleien auf die Probe gestellt, und Armins Misstrauen gegenüber den Schattenwächtern wächst weiter.

Charaktere und Entwicklung 

Armin, Nari und Viktoria sind ein Jahr älter und fühlen sich durch das Erlebte älter bzw. sie sind es auch durchaus geworden. Die Leichtigkeit des ersten Bandes ist einem ernsteren, belasteteren Umgang miteinander gewichen. Zwischen ihnen keimen erste romantische Gefühle und damit auch Eifersüchteleien auf, die die bestehende Freundschaft komplizierter machen. 

Rune, Armins Mutter, kommt als neue Perspektive hinzu. Sie bleibt in ihrer Rolle als Mutter distanziert. Über die Umstände ihres Verschwindens und die Zeit, in der sie für tot erklärt wurde, erfährt man einiges. Eine echte Entschuldigung gegenüber ihrem Sohn, der alles riskiert, um sie zu finden und zu retten, bleibt aus. Das erzeugt eine spürbare Spannung zwischen den beiden. 

Armin selbst zweifelt weiterhin an den Schattenwächtern und hat dafür gute Gründe. Sein Drang, endlich zu verstehen, was es mit dem Dunkeltor wirklich auf sich hat, treibt ihn an und lässt ihn vorsichtiger, aber auch entschlossener werden. Die Entwicklung der drei Jugendlichen wirkt glaubwürdig, weil sie nicht nur äußerlich älter geworden sind, sondern innerlich durch die Ereignisse geformt werden.

Schreibstil, Worldbuilding usw. 

Lars Meyer behält den klaren, bildhaften Erzählstil des ersten Bandes bei. Die Perspektiven wechseln nun zwischen den drei Jugendlichen und Rune, was die Geschichte breiter macht. Die nordischen Elemente, insbesondere der Weg nach Asgard über Bifröst, erweitern die Welt um eine mythische Ebene, die sich organisch an die bereits bekannten magischen Reiche anschließt. 

Das Worldbuilding bleibt dicht: Der Konzern Magus Signum, die Dämonen der Unterwelt und die Frage nach dem kontrollierten oder unkontrollierten Einsatz von Magie und Artefakten geben dem Abenteuer zusätzliche Schwere. Die Atmosphäre schwankt zwischen eisiger nordischer Kälte, feuriger Bedrohung und dem Druck einer Organisation, die im Hintergrund die Fäden zieht. Die Handlung bleibt spannend und treibt die Figuren konsequent voran, ohne dass der Fokus auf den persönlichen Konflikten verloren geht.

Meinung 

Die Erweiterung um Runes Perspektive ist eine der stärksten Entscheidungen des Bandes. Man erfährt endlich mehr über das, was damals geschehen ist, und versteht besser, warum sie verschwunden ist. Gleichzeitig bleibt sie in ihrer Mutterrolle merkwürdig distanziert. Dass sie sich bei Armin nicht wirklich entschuldigt, obwohl er quasi durch die Hölle geht, um sie zu finden und zu retten, trifft hart. Das Verhältnis der beiden bleibt angespannt und ungelöst, was die Geschichte glaubwürdiger macht als eine schnelle Versöhnung. 

Die Jugendlichen fühlen sich durch die Umstände älter an, und das merkt man an ihrem Umgang miteinander. Die aufkeimenden Gefühle und die Eifersüchteleien sorgen für zusätzliche Reibung, ohne dass die Freundschaft darüber zerbricht. Armins anhaltendes Misstrauen gegenüber den Schattenwächtern ist gut gesetzt. Er hat Recht damit, vorsichtig zu bleiben, und man spürt, dass in einem möglichen dritten Band noch einiges an Licht kommen wird. 

Auch hier wieder das gleiche Manko wie im ersten Band: Obwohl nun vier Perspektiven vorhanden sind, fehlt eine optische Unterscheidung, etwa durch unterschiedliche Kapitelzierden. Gerade bei den Wechseln zwischen den Jugendlichen und Rune hätte das die Orientierung erleichtert. 

Der Weg nach Asgard und der Showdown dort erweitern die Reihe spürbar. Die Frage, wie viel Magie man überhaupt auf die Welt loslassen darf und wie zerstörerisch Artefakte sein können, gibt dem Abenteuer eine ethische Dimension, die über die reine Suche hinausgeht. Die Organisation im Hintergrund bleibt bedrohlich und sorgt dafür, dass der Erfolg nie endgültig wirkt.

Fazit 

„Legende der Schattenwächter – Jagd nach dem Gjallarhorn“ führt die Geschichte konsequent weiter und macht die Figuren älter und belasteter. Die Suche nach Rune, der Weg nach Asgard und die wachsenden Spannungen zwischen den Jugendlichen tragen den Band. Runes distanzierte Haltung und Armins berechtigtes Misstrauen sorgen für emotionale Tiefe, während das Worldbuilding um nordische Mythen und die Frage nach der Kontrolle von Magie erweitert wird. Der zweite Band schließt zentrale Fäden des ersten ab und öffnet gleichzeitig neue, die auf den nächsten Teil verweisen.

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