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StoryScan

krypto

Ryan North, Mike Norton

Krypto: Der letzte Hund vom Krypton

Illustrationen/Fotografien von: Mike Norton
Originaltitel: ‎ Krypto: The Last Dog of Krypton | Übersetzt von: Carolin Hida
Panini Verlags GmbH (2026) | 120 Seiten
ISBN: 978-3741648922
Genre: DC, Comic, Abenteuer | Altersempfehlung: ab 14
Klappentext: Der Hund Krypto ist der beste Freund von Superman und hilft diesem im Kampf gegen Superverbrecher, finstere Aliens und beim Verspeisen kleiner und großer Essensreste. Doch wie kam der fliegende Vierbeiner ursprünglich auf die Erde und wie fand er eigentlich seinen verlorenen, besten Freund Kal-El alias Superman wieder? Dieser Band beantwortet all diese Fragen und erzählt in fünf bewegenden und vergnüglichen Kapiteln von Kryptos aufregender Reise durch seine neue Heimat: den so fremdartigen Planeten Erde, auf dem der verlorene Hund zunächst dem scheinbar freundlichen Zweibeiner Lex Luthor begegnet!
Transparenzhinweis: Diese Rezension basiert auf einem kostenlos zur Verfügung gestellten Leseexemplar des Verlags.

Kurzbewertung

Handlung & Spannung:

Idee & Originalität:

Cover & Aufmachung:

Charaktere & Entwicklung:

Schreibstil & Sprache:

Gesamtbewertung:

Krypto kennt wohl jeder. Der treue Begleiter von Superman, der Superhund aus Krypton, der seit Jahrzehnten in den Comics auftaucht und gerade durch den aktuellen Film wieder deutlich präsenter ist. Man sieht ihn im Kino oder im Stream, je nachdem, wann man diesen Text liest, und er stiehlt dort Szenen, als wäre es sein Job. Ryan North und Mike Norton haben mit „Krypto – der letzte Hund vom Krypton“ nun eine eigene Miniserie vorgelegt, die die fünf Einzelhefte 1 bis 5 versammelt. Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten und als Hundehalterin war klar, dass ich daran nicht vorbeikomme. Was hier erzählt wird, ist eine Herkunftsgeschichte, die sich von anderen Versionen unterscheidet und den Hund nicht als Nebenfigur behandelt, sondern als Hauptfigur mit eigenem Blick auf die Welt.

Handlung (spoilerfrei)

Auf Krypton lebt Krypto als ganz normaler Hund bei Jor-El, Lara und dem kleinen Kal-El. Er hat ein Zuhause, Spielsachen, Aufmerksamkeit und die Routine eines Familienhundes. Die Eltern arbeiten an besagter Rettungskapsel, um ihren Sohn in Sicherheit zu bringen. Für einen Testflug setzen sie Krypto ein. Was als kontrolliertes Experiment gedacht ist, läuft schief. Ein unerwartetes Ereignis bringt die Kapsel vom Kurs ab, und Krypto landet allein auf einem fremden Planeten, der sich als Erde herausstellt. Dort entdeckt er nach und nach Fähigkeiten, die er vorher nicht hatte. Er zieht durch Städte und Landschaften, trifft auf Menschen und andere Tiere, hilft, wo er kann, und sucht dabei immer nach dem, was er verloren hat. Die Geschichte ist in fünf in sich abgeschlossene, aber miteinander verbundene Episoden aufgeteilt. Jede erzählt ein eigenes Stück des Weges. Es geht um Orientierung in einer Welt, die ihn nicht kennt, um Begegnungen, die unterschiedlich ausfallen, und um den Versuch, wieder Anschluss und ein zu Hause zu finden.

Charaktere und Entwicklung

Krypto steht logischerweise im Mittelpunkt, und das Buch nimmt ihn dabei erstaunlich ernst als Hund. Er spricht nicht, es gibt keine Gedankenblasen, die ihm menschliche Worte in den Mund legen. Was er fühlt und will, liest man aus Haltung, Blick, Bewegung und den Reaktionen der anderen. Am Anfang ist er der geliebte Familienhund, der Schutz und Nähe kennt. Nach der Landung auf der Erde muss er sich neu zurechtfinden. Er begegnet Figuren, die unterschiedlich mit ihm umgehen. Einige nehmen ihn auf, andere nutzen die Situation aus oder reagieren mit Ablehnung. Die Entwicklung liegt nicht in großen Reden, sondern in dem, was er tut und wie er reagiert. Er bleibt loyal und hilfsbereit, auch wenn die Welt ihm das Gegenteil zeigt.

Schreibstil, Worldbuilding und Zeichenstil

Ryan North schreibt knappe und ziemlich klare Szenen. Er verzichtet darauf, dem Hund menschliche Gedanken aufzuzwingen, und lässt die Bilder und die Reaktionen der Umgebung die Geschichte tragen. Die Sprache der Menschen bleibt alltagsnah, die Dialoge kurz und funktional. Es gibt wenig Erklärtext. Die Welt auf Krypton wirkt vertraut und zugleich fremd: Hunde haben dort einen Platz in der Gesellschaft, es gibt Züchter und Alltagsroutinen, aber im Hintergrund droht die Katastrophe, die den Planeten vernichten wird. Auf der Erde wird die Umgebung aus der Sicht eines verlorenen Hundes gezeigt. Die Superkräfte entwickeln sich allmählich und werden nicht als Heldentrick verkauft, sondern als etwas, das Krypto selbst erst verstehen muss, um in dem Fall sogar über sich hinaus zu wachsen.

Mike Norton zeichnet Krypto so, dass man seine Stimmung sofort erkennt. Die Augen, die Ohren, die Körperhaltung erzählen mehr als Worte. Nahaufnahmen des Gesichts sind oft der eigentliche Kommentar zu einer Szene. Die Menschen wirken lebendig, ohne dass sie den Hund in den Hintergrund drängen. Wir haben warme Töne auf Krypton, kältere und härtere auf der Erde, wenn es dunkel oder gefährlich wird. Die Seiten sind klar aufgebaut, die Panels wechseln zwischen ruhigen Beobachtungen und dynamischen Momenten, ohne unruhig zu wirken. Der Zeichenstil bleibt durchgängig, auch wenn die Schauplätze wechseln.

Meinung (mit Spoilern)

Wir beginnen sehr friedlich in der Handlung und irgendwie hat es mir aber auch da schon das Herz gebrochen, dass Kal und Lara den Hund „missbrauchen“ für den Testflug in der Kapsel. Als Leser sieht man die Angst, die das Tier hat und als der Flug dann auch noch außer Kontrolle gerät, war es innerlich bei mir schon vorbei. Auch wenn Lex den Hund auf der Erde bei sich aufnimmt, geht er nicht wirklich gut mit dem Tier um und Krypto wird neben Bestrafung durch Essensentzug auch noch eingesperrt. Die Gewalt gegen das arme Tier ist deutlich unangenehm und vor besagtem Kapitel gibt es auch eine entsprechende Triggerwarnung. Als Hundehalterin hat mich das getroffen. Es ist keine übertriebene Grausamkeitsshow, aber es reicht, um den Magen umzudrehen. Krypto will geliebt werden und bekommt das Gegenteil. Dass er später entkommt und weiterzieht, fühlt sich zunächst wie ein leichter Sieg an.

Die späteren Episoden wechseln zwischen Hoffnung und Verlust. Es gibt Momente, in denen man spürt, dass nicht jeder gerettet wird und auch nicht jeder gerettet werden kann. Gleichzeitig bleiben die kleinen Gesten der Güte. Die Entwicklung der Kräfte geschieht nebenbei. Plötzlich hört er weiter, springt höher, hält mehr aus. Er nutzt das, um zu helfen, trotz allem, was ihm bisher passiert ist.

Als er am Ende dann schließlich mit seinem geliebten Clark wieder zusammengeführt wird, bleibt immerhin ein Happy End, selbst wenn der mittlerweile Teenager sich nicht an seine Zeit als Baby mit Krypto erinnern kann. Die beiden haben sich gesucht und gefunden und starten gemeinsam in ihre neue Zeit als Team.

Fazit

„Krypto – der letzte Hund vom Krypton“ erzählt die Herkunft eines bekannten Charakters aus einer Perspektive, die selten so konsequent durchgehalten wird. Der Hund bleibt Hund. Die Bilder tragen die Emotionen, die Worte halten sich zurück. Es gibt schwere Passagen, die Gewalt und Verlust nicht aussparen, und es gibt Momente der Wärme, die sich verdient anfühlen.

 

5 1 Bewertung
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2 Kommentare
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Galgo
7 Stunden vor

Hey,

ich sehe gerade, dass der Comic ab 14 Jahren ist. Kannst du dir erklären, warum die Einstufung so hoch ist? Hätte da jetzt nichts besonderes „kinderunfreundliches“ erwartet.

Liebe Grüße aus Kaland
Galgo 🙂

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