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StoryScan

eisflammen

K.T. Steen

Die Prinzen des Winters

Eisflammen (Eisfeuer-Saga 3)

 ‎Edition Grace O`Malley (2025) | 488 Seiten
ISBN: 978-3689370220
Genre: Fantasy, Romance | Altersempfehlung: ab 14
Tropes: Multiple POV, Quest, Found Family, Magical Trials, Self-Discovery, Court Intrigue, Betrayal, Power Struggle, Identity Awakening, Reluctant Alliance
Klappentext: Drei Edelsteine. Drei Länder. Drei Abenteuer.
Während Eyra mit Lazar in Estraora um den Thron der Feuerkönigin kämpft und versucht, den Eiskristall an sich zu bringen, begeben sich ihre übrigen Gefährten auf die Suche nach den restlichen Edelsteinen.
Noah und Fayette reisen nach Oritea, um den Feenstein zu holen, während Saul und Patricia nach Vallesland aufbrechen, wo der Smaragd der Waldelfen vom amtierenden Herrscher gehütet wird.
Auf dem Weg stellt sich ihnen mehr als eine Herausforderung entgegen, doch die größte Gefahr geht von einer Verräterin aus, von der sie alle nichts ahnen – einer Dienerin der bösen Mächte, die wild entschlossen ist, ihren Plan zu durchkreuzen.

Kurzbewertung

Handlung & Spannung:

Idee & Originalität:

Cover & Aufmachung:

Charaktere & Entwicklung:

Schreibstil & Sprache:

Gesamtbewertung:

Mittlerweile bin ich mitten in der Eisfeuer-Saga angekommen und habe mit „Eisflammen“ den dritten Band gelesen. Nach den Ereignissen der ersten beiden Teile teilt sich die Gruppe auf, was der Geschichte neue Wege eröffnet. Einerseits gewinnen einzelne Figuren deutlich mehr Raum und Tiefe, andererseits fehlt ein wenig die enge Dynamik der gemeinsamen Abenteuer. Trotzdem hat mich der Band gut unterhalten und ich bin weiterhin gespannt, wie sich die Suche nach den Edelsteinen und der Kampf gegen die alten Mächte fortsetzt.

Handlung (spoilerfrei)

Drei Edelsteine. Drei Länder. Drei Abenteuer. Nach den Ereignissen der vorherigen Bände steht die Gruppe um Eyra unter großem Zeitdruck. Während Eyra gemeinsam mit Lazar in Estraora um den „Thron der Feuerkönigin“ bzw. eher ihre Position innerhalb des roten Zugs und versucht, den Eiskristall zu sichern, teilen sich ihre Gefährten auf. Noah und Fayette reisen nach Oritea zum Feenstein, Saul und Patricia brechen nach Vallesland auf, wo der Smaragd der Waldelfen gehütet wird. Auf allen Wegen warten Gefahren, politische Intrigen und magische Konflikte. Die Suche nach den göttlichen Edelsteinen treibt die Handlung voran und stellt jeden Einzelnen vor schwere Entscheidungen.

Tropes

Multiple POV, Quest, Found Family, Magical Trials, Self-Discovery, Court Intrigue, Betrayal, Power Struggle, Identity Awakening, Reluctant Alliance

Charaktere und Entwicklung

Eyra wächst weiter in ihre Rolle hinein. Der Schwur gegenüber dem Feuergott Emberis lastet schwer auf ihr, und sie muss lernen, Verantwortung nicht nur für ihren Bruder oder ihre neu gewonnene Familie, sondern für ganze Völker zu tragen. Lazar bleibt an ihrer Seite, und ihre Beziehung entwickelt sich in der gemeinsamen Mission weiter.

Besonders stark kommen in diesem Band die Nebencharaktere zur Geltung. Fayette und Noah erhalten eigene Handlungsstränge, die ihre Persönlichkeiten vertiefen. Patricia zeigt sich von einer verletzlichen Seite. Obwohl sie nach außen ruhig und beherrscht wirkt, gerät ihre Welt ins Wanken, als sie erkennt, dass der Gott, dem sie als Priesterin diente, zu den gegnerischen Mächten gehört. Saul und sie kommen sich näher, was durch äußere Einflüsse wie die aufdringliche Prinzessin Lianneh aus Vallesland erschwert wird.

Neue Figuren wie Merkan, Patricias Bruder, und Lyra bringen zusätzliche Dynamik mit. Lyra, die lange verschwunden war, bindet sich an einen Drachen und verfolgt eigene Ziele. Die Gruppe fühlt sich zunehmend wie eine gewachsene Familie an, trotz aller Konflikte und unterschiedlichen Hintergründe.

Schreibstil, Worldbuilding usw.

K.T. Steen wechselt in „Eisflammen“ zu einem etwas breiteren Erzähltempo und nutzt Multiple-POV-Perspektiven, wodurch die Welt noch greifbarer wird. Die Kapitel beginnen häufig mit Notizen und Briefen von Remond Ebenlicht, Eyras Vater, was zusätzliche Einblicke in die Hintergründe und die Recherchen liefert, die er all die Jahre rund um die Edelsteine betrieben hat.

Das Worldbuilding expandiert spürbar. Die drei Länder Estraora, Oritea und Vallesland unterscheiden sich deutlich in Kultur, Magie und politischer Lage. Der Feuerrubin, der Feenstein und der Waldsmaragd bringen neue Facetten des Magiesystems zum Vorschein. Die göttlichen Mächte und ihre Einflussnahme auf die Edelsteine sorgen für eine tiefere mythologische Ebene. Die Drachen und ihre Bindungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Schreibstil bleibt flüssig und atmosphärisch, mit gelungenen Wechseln zwischen actionreichen Szenen und ruhigen, emotionalen Momenten.

Auffällig ist, dass – obwohl die Reihe mit „Prinzen des Winters“ betitelt ist – die POVs durch die weiblichen Parts gekennzeichnet sind: Eyra, Patricia und Fayette mit ihren jeweiligen royalen Begleitern.

Meinung (mit Spoilern)

Band 3 setzt direkt in der alten Drachenhöhle des roten Zugs an, wo die Gruppe nach ihrer Flucht Zuflucht gefunden hat. Eyra leistet dort den folgenschweren Schwur an Emberis: Sie will den Eiskristall finden, Lorelai stürzen und den Stein für kommende Generationen unbrauchbar machen. Scheitert sie, wird sie die Drachen befreien und in den Krieg ziehen. Dieser Schwur treibt die gesamte Handlung.

Die Gruppe teilt sich auf, was dem Buch einen quest-ähnlichen Charakter verleiht. Eyra und Lazar wollen aufbrechen, um den Eiskristall zu sichern, machen aber einen Zwischenstopp, um einen Drachen für Merkan zu befreien. Das geht schief, weil sich der Drache an Lyra bindet. Lyra versucht sogar, den Feuerrubin zu stehlen. Ihre Motive und ihre frühere Verbindung zu Patricia machen sie zu einer interessanten, wenn auch nicht immer sympathischen Figur.

Fayette und Noah in Oritea haben einen besonders dramatischen Handlungsstrang. Die Göttin der Feen spricht durch den Feenstein mit Fayette und versucht sie in Versuchung zu führen. Fayette widersteht, verliert aber ihre blaue Magie und damit kurzzeitig ihre Fähigkeit zu fliegen. Wir enden auch bei ihren Erzählstrang dahingehend, dass sie sehr tief fällt. Wir merken hier, dass zwei Wesen, die von blauer Magie angezogen sind, ihre Schwierigkeiten haben, die größere Mission im Blick zu halten, allerdings gibt es gute Ansätze für Band 4 einfach über sich und diesen inneren Drang hinaus zu wachsen.

Saul und Patricia in Vallesland kämpfen mit politischen Intrigen. Prinzessin Lianneh drängt sich mit ihrer einnehmenden grünen Magie zwischen die beiden und versucht, Saul zu einer Ehe zu bewegen, um an den Waldsmaragd zu kommen. Die vorgetäuschte Ehe zwischen Saul und Patricia, um den Verlobten der Prinzessin zu besänftigen, sorgt für zusätzliche Spannung. Patricias innere Zerrissenheit wegen ihres ehemaligen Glaubens und ihres wachsenden Gefühls für Saul ist gut herausgearbeitet und geben ihr tatsächlich sympathische Züge, die ich aus dem Band davor noch nicht so mitnehmen konnte. Hier hoffe ich tatsächlich, dass die Beiden noch mehr Raum bekommen, um ihre Gefühle zu erkunden. Auch Saul zeigt Seiten an sich, mit denen ich nicht gerechnet habe. Wie gut ein Elf, der nicht lügen kann, sich aus Dingen heraus redet und weiß, wie man auch ggf. manipuliert.

Merkan wird zu Eyras erstem Offizier ernannt, was neue militärische Aspekte einbringt. Naran bleibt vorerst beim roten Zug, um seine Schmiedeausbildung fortzusetzen. Remond und Sophie als Elternfiguren bleiben für mich weiterhin schwierige Charaktere, deren Entscheidungen oft schwer nachvollziehbar sind, aber die Beiden scheinen aktuell keine größere Rolle mehr einzunehmen.

Die parallel laufenden Handlungsstränge funktionieren gut und erhöhen den Druck, weil überall Fristen und Gefahren lauern. Die Verräterin im Umfeld der Gruppe sorgt für Misstrauen und emotionale Konflikte. Insgesamt fühlt sich Band 3 wie ein echter Mittelteil an: Die Welt wird größer, die Einsätze höher, und viele Figuren durchlaufen spürbare Entwicklungen.

Fazit

„Eisflammen“ erweitert die Eisfeuer-Saga um neue Schauplätze, tiefere mythologische Zusammenhänge und starke Charaktermomente. Die Aufteilung der Gruppe bringt Abwechslung und Spannung, während die Suche nach den Edelsteinen und der Kampf gegen die göttlichen Mächte die Handlung vorantreiben. Wer die bisherigen Bände mochte, wird hier eine konsequente Fortsetzung finden, die Lust auf die weiteren Teile macht. Die Saga entwickelt sich weiter zu einem vielschichtigen Romantasy-Epos mit klaren Höhepunkten in den persönlichen Entwicklungen und den magischen Konflikten.

 

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