Karolyn Ciseau
... to kill a monster.
Dragonblood Academy 2
Kurzbewertung
Handlung & Spannung:
Idee & Originalität:
Cover & Aufmachung:
Charaktere & Entwicklung:
Schreibstil & Sprache:
Gesamtbewertung:
Als Mitglied eines Bloggerteams auf Instagram durfte ich auch den zweiten Band der Dilogie als Rezensionsexemplar lesen. Nachdem ich Band eins direkt im Anschluss an Band zwei verschlungen habe, fällt es mir leicht, die Geschichte als Ganzes zu betrachten. „… to Kill a Monster.“ setzt sechs Wochen nach den Ereignissen des ersten Teils ein und schließt die Reihe um Lyra und Kael ab. Der Klappentext bleibt bewusst knapp: „Er nennt mich Lügnerin — so wie die Lüge. Und er hat allen Grund dazu …“
Handlung (spoilerfrei)
Die Bedrohung durch die Noxumbra spitzt sich weiter zu, während Lyra mit den Konsequenzen ihrer früheren Mission ringt. Das Seelenband zu Kael bindet sie enger zusammen, doch alte Lügen und neue Verrat lasten schwer auf ihrer Beziehung. Zwischen Frontkämpfen, Intrigen der Priesterinnen und Angriffen muss Lyra entscheiden, wem sie wirklich vertrauen kann. Die Akademie und die umliegenden Häuser werden zum Schauplatz von Schlachten, persönlichen Opfern und großen Enthüllungen. Die Geschichte wechselt weiterhin zwischen intensiven Kämpfen und ruhigen, emotionalen Momenten und führt die Figuren an ihre Grenzen.
Tropes
enemies to lovers, soul bonds, pregnancy, betrayal, family secrets, political intrigue, redemption arc, found family, war setting, second chance
Charaktere und Entwicklung
Lyra wächst in diesem Band deutlich. Sie erkennt schrittweise, wie sehr sie von den Priesterinnen und ihrem eigenen Haus benutzt wurde. Ihre innere Zerrissenheit zwischen Loyalität und Liebe wirkt glaubwürdig und nachvollziehbar. Die Schwangerschaft und die damit verbundenen Ängste verleihen ihr zusätzliche Tiefe. Sie entwickelt sich von einer getriebenen Rächerin zu einer Frau, die aktiv für ihre eigene Zukunft und die ihres Kindes kämpft.
Kael bleibt der sarkastische, mutige Krieger, doch der Verrat belastet ihn schwer. Sein Kampf zwischen Liebe und Misstrauen ist spürbar. Die Beziehung der beiden gewinnt durch die vielen Rückschläge an Intensität.
Allerdings hätte ich mir gerade zwischen Lyra und Kael mehr … gewünscht. Wir haben diesen Verrat, der zwischen ihnen hängt und den Seelenbund, der sie zusammen hält, aber irgendwie kam dann das Gefühl auf als wäre die Schwangerschaft das, was die Beiden dann letzendlich zusammen hält.
Nebenfiguren wie Darius, Devon und Lyras Familie erhalten mehr Raum und zeigen unterschiedliche Facetten von Macht, Verrat und Opferbereitschaft. Besonders Darius erfährt eine nuancierte Darstellung, die frühere Eindrücke relativiert.
Schreibstil, Worldbuilding usw.
Der Schreibstil bleibt flüssig und emotional dicht. Die Autorin beschreibt die Kämpfe, die Magie der Drachen und die dunklen Kräfte der Noxumbra anschaulich. Das Worldbuilding vertieft sich weiter, besonders durch die Enthüllungen über die Entstehung der Schattenwesen und die Rolle der Priesterinnen. Die Aetas und ihre Manipulationen fügen der Welt eine weitere dunkle Schicht hinzu. Der Wechsel aus Krieg, Akademiealltag und intimen Szenen hält das Tempo hoch, auch wenn der Anfang etwas ruhiger ausfällt, um die Ausgangslage zu rekapitulieren.
Meinung (mit Spoilern)
Sechs Wochen nach Band eins versucht Lyra, mit ihrer wachsenden Liebe zu Kael umzugehen, während die Lüge wie eine Mauer zwischen ihnen steht. Sie erkennt langsam, dass sie nur eine Figur im Spiel der Priesterinnen und von Haus Ignis war. Der Angriff auf Darius und der Versuch, Eileen zu töten, bröckeln ihre Loyalität weiter auf.
Der Anfang wirkt etwas schleppend, da Sachverhalte wiederholt werden, doch das dient vermutlich Lesern, die länger gewartet haben. Die emotionale Nähe zwischen Lyra und Kael wächst, doch das unausgesprochene Geheimnis belastet beide. Devon kehrt zurück und sorgt sofort für neue Bedrohungen. Die Reise mit Darius zu Eileen bringt entscheidende Wahrheiten ans Licht: Die Freundschaft der Eltern, der Verrat und die wahren Hintergründe von Adrians Tod.
Eileens Warnung vor der Gefahr für Lyras ungeborenes Kind, das die dunkle Gabe trägt, verändert alles. Die erfolgreiche Tötung Eileens durch Krieger von Ignis und Devons Verrat, der das Amulett zerstört, führen zum großen Bruch. Kael sieht Lyras Erinnerungen und schickt sie fort. In Haus Ignis erlebt Lyra weitere Enttäuschungen durch ihre Mutter und die Priesterinnen. Die Erkenntnis, dass ihr Vater sterben musste, weil er den Plan verhindern wollte, ist hart.
Der Angriff, bei dem Lyra Kael von der Schwangerschaft erzählt, führt dazu, dass er sie mit nach Noctis nimmt, obwohl das Vertrauen fehlt. Die Kräuterhexe und ehemalige Priesterin enthüllt weitere dunkle Geheimnisse: Die Aetas selbst holten die Essenz der Schattenwesen in die Welt und pflanzten sie in einen Kommandanten von Ignis. So entstanden die unheiligen Gaben, die über Generationen weitergegeben werden.
In Momenten tiefer Verzweiflung öffnet sich auch endlich Fluffy ihnen und der Drache teilt Lyra ihren Namen mit: Astara. Doch so wie langsam das Band wieder enger wird, zerreißt es zwischen Lyra und ihrer Familie vollständig als sie erkennen muss wie tief ihre älteste Schwester ebenfalls in diesem Sumpf um Glaube und Lüge versunken ist.
Die Enthüllungen über die wahren Schuldigen und die Manipulationen der Priesterinnen runden die Geschichte stimmig ab. Die emotionale Achterbahn zwischen Lyra und Kael, die Kämpfe um das ungeborene Kind und die letztendliche Entscheidung für ein eigenes Leben machen den Abschluss intensiv.
Allerdings bleiben trotz Epilog sehr viele Fragen für mich offen. Auch wird irgendwie das „Magiesystem“ durch die Hintertür eingeführt und ich konnte dem Ganzen nun nicht ganz folgen, ob es etwas ist, das nur den Priesterinnen vorbehalten ist oder es auch noch andere Formen davon geben könne. Ich hätte mir an einigen Stellen vielleicht mehr Tiefe gewünscht und dafür am Anfang solche Dinge wie Trauerfeiern um verstorbene Nebencharaktere dafür weg gelassen.
Fazit
„… to Kill a Monster.“ liefert einen würdigen Abschluss der Dilogie. Die großen Twists, die Vertiefung der Welt und die konsequente Entwicklung der Hauptfiguren sorgen für ein konsequentes Ende. Trotz einiger ruhigerer Passagen am Anfang gewinnt das Buch durch starke emotionale Momente und actionreiche Szenen. Die Reihe hinterlässt ein rundes Gesamtbild aus Romantik, Verrat und Kampf um Freiheit. Wer den ersten Band mochte, sollte sich den Abschluss nicht entgehen lassen.