Yvonne Wundersee
Memory of Ice and Snow
Ice and Snow Band 2
Klappentext:
Entscheidest du dich für die unerwiderte Liebe oder wählst du die dunkle Einsamkeit?
Belinar ist tot. Und mit ihm alles, was Angelina Hoffnung genannt hat. Als Herrscherin über zwei Höllenreiche besitzt sie eine Macht, die Welten erzittern lässt, doch jede Nacht endet in eisigen Tränen und der Sehnsucht nach dem Erzdämon, der sie einst rettete.Gefangen in ihrer Trauer entgeht ihr beinahe der teuflische Plan Satans: Er versucht, sie in eine Hochzeit zu zwingen. Angelina bleibt nichts anderes übrig, als sich ihm zu fügen und damit diejenigen zu schützen, die sie liebt. Als plötzlich ein Dämon aus ihren Reihen behauptet, Belinar gesehen zu haben, hält Angelina nichts mehr. Und plötzlich steht er vor ihr. Mit kaltem Blick und ohne jegliche Erinnerung daran, wer er eigentlich ist.
Sei dabei beim Finale der Dark Romantasy Dilogie von Yvonne Wundersee und finde heraus, ob Angelina den Erzdämon ein zweites Mal dazu bringen kann, sie zu lieben statt zu töten.
(Hinweis: Rezensionsexemplar direkt durch die Autorin erhalten!)Kurzbewertung
Handlung & Spannung:
setzt direkt nach Band 1 und lässt den Leser eine absolute Achterbahnfarht der Gefühle erleben
Idee & Originalität:
basierend auf Band 1, aber geschickt weitergedacht: Aus dem Engel wird ein Dämon und umgekehrt – eine Ehe mit Satan? Oder lässt es sich verhindern.
Cover & Aufmachung:
optisch absolut überzeugend!
Charaktere & Entwicklung:
viel Tiefe, viel Entwicklung, viel Selbsterkenntnis, alte & neue Lieblinge dabei – einiges wurde für mich viel zu schnell abgehandelt
Schreibstil & Sprache:
absolut überzeugend
Gesamtbewertung:
Ich habe „Memory of Ice and Snow“ lieberweise direkt von der Autorin Yvonne Wundersee als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen und bin sehr dankbar dafür. Gleichzeitig kann ich es kaum erwarten, auf der nächsten Buchmesse den passenden Messe-Farbschnitt zu Band 1 zu ergattern.
Nach dem harten Cliffhanger von „Chosen by Ice and Snow“ war die Spannung riesig. Band 2 hat diese Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen. Es ist eine absolut gelungene Fortsetzung und ein starkes, emotionales Finale der Dilogie mit viel Charakterentwicklung, hohen Einsätzen und einem Ende, das den Cliffhanger des ersten Bandes mehr als wettmacht.
Handlung (spoilerfrei)
Belinar ist tot. Zumindest glaubt Angelina das. Als Lilith herrscht sie nun über zwei Höllenreiche und trägt eine Macht, die Welten erzittern lässt. Doch jede Nacht endet in eisigen Tränen und der schmerzhaften Sehnsucht nach ihrem Winterfürsten. Während sie ihre Reiche mit gnadenloser Perfektion regiert, spinnt Satan im Verborgenen sein Netz. Er zwingt sie in eine Hochzeit, die ihr die Freiheit rauben soll. Widersetzt sie sich, zahlen Unschuldige den Preis.
Dann trifft eine unmögliche Nachricht ein: Belinar lebt. Als Engel in Michaels Legion, ohne jede Erinnerung an sein früheres Leben, an Eis, Schnee – oder an sie. Es beginnt ein verzweifelter Wettlauf gegen die Zeit, um das zu retten, was bereits verloren schien.
Das Finale der Dark Romantasy-Dilogie ist eine Geschichte über Verlust, schwere Opfer und eine Liebe, die selbst den Himmel herausfordert. Düster, emotional und mit hohen Stakes.
Charaktere und Entwicklung
Angelina hat sich seit Band 1 enorm weiterentwickelt. Aus der Frau, die in den ersten Band zwischen Missbrauch und Angst in die Hölle geworfen wurde, ist eine echte Lilith geworden: herrschend, mächtig und dennoch innerlich gebrochen. Ihre Trauer, ihre Stärke und ihre innere Zerrissenheit werden glaubwürdig und berührend dargestellt. Man leidet mit ihr mit.
Belinar als zweiter POV ist ebenfalls hervorragend gelungen. Der Verlust seiner Erinnerungen, der innere Konflikt zwischen seiner neuen Existenz als Engel und dem unbestimmten Ziehen zur Dunkelheit machen ihn zu einer tragischen und faszinierenden Figur. Seine Verwirrung, seine wachsenden Gefühle und sein Kampf gegen das, was er nicht benennen kann, sind intensiv.
Die Nebenfiguren erhalten viel Raum und Tiefe: Cosy als loyale beste Freundin, Ternia als neue Assistentin, Jeremy, Lucifer, Levi und Konstantin. Besonders Satan und Michael sind als Antagonisten stark und vielschichtig. Satan ist nicht nur böse, sondern manipulativ und besitzergreifend, Michael hingegen verkörpert eine kalte, selbstgerechte Grausamkeit.
Die Charakterentwicklung steht klar im Vordergrund dieses Bandes. Beziehungen werden auf die Probe gestellt, Opfer gebracht und alte Wunden aufgerissen.
Schreibstil und Worldbuilding
Yvonne schreibt bildhaft, emotional dicht und mit einer Spur dunklen Humor, die perfekt zur Dark Romantasy passt. Die Perspektivwechsel zwischen Angelina und Belinar funktionieren hervorragend und geben Einblick in beide Seelenzustände. Die Beschreibungen der Höllenreiche, des Himmels und der dazwischenliegenden Menschenwelt sind atmosphärisch und stimmig.
Das Worldbuilding wird konsequent fortgeführt und vertieft. Die Hierarchien der Hölle, die Engellegionen, die Regeln von Seelen, Opfern und Wiedergeburt sowie die Machtverhältnisse zwischen den Fürsten und dem Himmel fühlen sich rund und durchdacht an. Emotionale Szenen und brutale Momente wechseln sich ab, ohne dass eines davon zu kurz kommt. Der Schreibstil trägt die Geschichte mit hoher Intensität bis zum Ende.
Meine Meinung (mit Spoilern)
**Achtung: Ab hier massive Spoiler für beide Bände!**
Das Buch beginnt mit einer gebrochenen Angelina, die nun als Lilith über zwei Höllenreiche herrscht. Sie stellt Michael zur Rede, doch dieser erklärt ihr, dass es keine Möglichkeit gibt, Belinar zurückzuholen, ohne Krieg zu riskieren. Später sehen wir sie bei dem jährlichen Treffen mit Satan, bei dem sie inzwischen eine gewisse Allianz mit Lucifer und Levi aufgebaut hat. Sie führt ihre Reiche in Gedenken an Belinar, doch Satan will sie für sich – als Frau und als Machtinstrument. Zeitnah soll die erzwungene Hochzeit stattfinden. Cosy bleibt glücklicherweise ihre treue beste Freundin und Stütze.
Aus Belinars Perspektive erleben wir einen Engel ohne Erinnerungen an die Zeit vor einem Jahr. Er jagt Dämonen auf der Erde, fühlt sich aber unwiderstehlich zur Dunkelheit hingezogen. Er ahnt, dass etwas Entscheidendes fehlt, kann es Michael gegenüber jedoch nicht äußern. Immer mehr Engel verschwinden unter mysteriösen Umständen, aber niemand geht dem wirklich nach.
Als Angelina Belinar findet, kommt es zum Kampf. Ein Engelsschwert verletzt sie schwer mit einer Wunde, die für Dämonen tödlich sein kann. Belinar sperrt sie in einen Käfig und ist von seinen eigenen widersprüchlichen Gefühlen verwirrt. Die Folterszenen im Himmel, besonders Michaels sadistische „Bestrafungen“ mit Dornenpeitschen, die bis auf die Knochen gehen, sind hart und wirkungsvoll.
Was mir besonders gut gefallen hat: Die Idee der gesamten Dilogie ist frisch und mitreißend. Ich habe so eine Kombination aus Dark Romance, Hölle-Himmel-Krieg, Widergeburt und großer Liebe noch nicht gelesen. Die Charaktere wachsen einem ans Herz, und das Finale fühlt sich versöhnlich und befriedigend an.
Kritikpunkte: Einige Entwicklungen kamen für meinen Geschmack etwas zu schnell. Belinar glaubt Angelina relativ rasch, nachdem er Michael ganz zufällig belauscht. Auch der finale Showdown und die Erinnerungswiederherstellung durch Gott fühlten sich etwas gehetzt an. Ich hätte gerne noch 150–200 Seiten mehr gehabt, besonders beim anfänglichen Konflikt zwischen Angelina und Belinar.
Fazit
„Memory of Ice and Snow“ ist ein würdiges, emotional starkes und actionreiches Finale der Dilogie. Yvonne Wundersee liefert tiefe Charakterentwicklung, eine konsequente Welt und eine Liebesgeschichte, die trotz aller Dunkelheit Hoffnung und Intensität ausstrahlt. Wer Band 1 mochte, wird Band 2 lieben.