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K.T. Steen

Die Prinzen des Winters

Eisflimmern (Eisfeuer-Saga 4)

 ‎Edition Grace O`Malley (2026) | 372 Seiten
ISBN: 978-3-7592-9252-0
Genre: Fantasy, Romance | Altersempfehlung: ab 14
Tropes: Multiple POV, Parallel Storylines, Converging Paths, Prophecy, Divine Intervention, Found Family, Quest, Betrayal, Power Corruption, Sacrifice, Slow Burn Romance, Passionate Romance, Gods vs Mortals, Dragon Bonding, Political Marriage
Klappentext: Eyra und ihre Familie verfolgen ihren gefährlichen Plan unter den wachen Augen der Götter, die nichts von ihrem Verrat erfahren dürfen. Die Zeit läuft ab und der Preis wird mit jedem Tag höher: Saul muss seine Zukunft opfern, um den Waldsmaragd zu erlangen, während Fayette verzweifelt gegen ihren unausweichlichen Tod kämpft. Außerdem scheint Lyra nur darauf zu warten, Eyra und Lazar einen Strich durch die Rechnung zu machen. Ihr Vorhaben gerät immer mehr ins Wanken, doch ein Scheitern kommt nicht infrage, und so kämpfen sie unerbittlich weiter – für ihr Ziel und füreinander.

Kurzbewertung

Handlung & Spannung:

Idee & Originalität:

Cover & Aufmachung:

Charaktere & Entwicklung:

Schreibstil & Sprache:

Gesamtbewertung:

Mittlerweile neigen wir uns schon fast wieder dem Ende der Eisfeuer-Saga, da ich mit „Eisflimmern“ schon den vierten Band gelesen habe. Die Geschichte erreicht hier eine neue Intensität. Die Gruppe ist weiter aufgespalten, die Einsätze sind deutlich höher geworden und der Druck durch die Götter und die ablaufende Zeit lastet schwer auf allen Beteiligten. Gleichzeitig gewinnen einzelne Figuren noch mehr Tiefe. Der vorletzte Band bereitet spürbar auf das große Finale vor.

Handlung (spoilerfrei)

Eyra und ihre Gefährten verfolgen ihren riskanten Plan unter den wachsamen Augen der Götter, die nichts vom geplanten Verrat erfahren dürfen. Die Zeit drängt, und der Preis wird immer höher. Saul muss seine Zukunft opfern, um den Waldsmaragd zu erlangen, während Fayette verzweifelt gegen ihren drohenden Tod kämpft. Das Vorhaben gerät zunehmend ins Wanken, doch ein Scheitern kommt nicht infrage. Zwischen vereisten Drachen, politischen Machtspielen und gefährlichen Schwüren kämpfen sie unerbittlich weiter – für ihr Ziel und füreinander.

Zusammenfassung bis hierher

Nach ihrer Flucht vor der Weißen Garde erreichen Eyra und ihre Gefährten mit Belgor die alte Drachenhöhle in Calor, die vom Roten Zug als Stützpunkt genutzt wird. Dort leistet Eyra dem Feuergott Emberis einen folgenschweren Schwur. Sie verspricht, den Eiskristall zu finden, Lorelai zu stürzen und den Stein für kommende Generationen unbrauchbar zu machen. Scheitert der Plan, wird sie die Drachen befreien und in den Krieg gegen die Winterelfen ziehen. In Wahrheit verfolgt die Gruppe jedoch einen geheimen Plan: Alle vier göttlichen Edelsteine – Feuerrubin, Feenstein, Waldsmaragd und Eiskristall – sollen in die Quelle der Magie geworfen werden, um die weiße Magie zu neutralisieren und den Eiskristall zu zerstören.

Die Gruppe teilt sich auf. Fayette und Noah reisen nach Oritea, Saul und Patricia nach Vallesland, während Eyra und Lazar den Weg nach Tallesfeld einschlagen. In Oritea berührt Fayette versehentlich den Feenstein und wird von der Göttin Reena zur nächsten Feenkönigin auserwählt – ein Schicksal, das ihr Todesurteil sein kann. Noah übernimmt vorübergehend die Rolle des Feenkönigs, um Fayette zu schützen. In Vallesland muss Saul Prinzessin Lianneh heiraten, um an den Waldsmaragd zu gelangen, während Patricia und er sich als Paar ausgeben und einander näherkommen. Saul gerät unter den Einfluss der Macht des Steins. Eyra und Lazar dringen mit Hilfe von Gareez in Lorelais Festung ein, doch der Angriff scheitert und Gareez opfert sich. Emberis fordert von Eyra nun, alle Anhängerinnen Lorelais zu töten oder in den Krieg zu ziehen. Die Schonfrist läuft ab, und Eyra muss die Drachen erwecken. Lazar macht sich mit den bereits gewonnenen Steinen auf den Weg zu seinen Brüdern. Eine neue Prophezeiung deutet darauf hin, dass Liebe und die Vereinigung der drei Prinzen in einem Herzen den Schlüssel zum Erfolg bergen könnten. Am Ende des Bandes brechen Lazar, Patricia, Saul, Noah, Fayette und Lyra zur Quelle auf, während Merkan und Eyra die Drachen erwecken.

Tropes

Multiple POV, Parallel Storylines, Converging Paths, Prophecy, Divine Intervention, Found Family, Quest, Betrayal, Power Corruption, Sacrifice, Slow Burn Romance, Passionate Romance, Gods vs Mortals, Dragon Bonding, Political Marriage

Charaktere und Entwicklung

Eyra steht unter enormem Druck durch ihren Schwur und die Erwartungen von Emberis. Sie entwickelt sich weiter zur Anführerin, die schwere Entscheidungen treffen muss und bereit ist, Verantwortung für ganze Völker zu übernehmen. Lazar bleibt ihr starker Partner, der mit den Steinen und seinen Brüdern eine wichtige Rolle spielt. Allerdings bleiben bei Eyra nach wie vor Ecken und Kanten, sowie ihre unkontrollierbaren Züge, bei denen sie teilweise ganze Eisflächen in Seen verwandelt, wenn das Feuer in ihr durchbrennt.

Fayette durchlebt eine besonders dramatische Entwicklung. Die Berührung des Feensteins und die Ernennung zur Königin lösen Todesangst aus. Ihre Liebesnacht mit Noah und der Kampf ums Überleben zeigen ihre Verletzlichkeit. Vor allem, da sie sich zum ersten Mal eingesteht, dass Noah der Mann an ihrer Seite sein könnte, dem sie bis zu ihrem Ende treu sein will.

Patricia wächst in ihrer Beziehung zu Saul. Sie muss ihn vor dem Einfluss des Waldsmaragds bewahren und findet dabei ihre eigene innere Kraft. Saul ringt mit der verführerischen Macht des Steins und dem Opfer, das er für die Gruppe bringt.

Neue und wiederkehrende Figuren wie Lianneh (mit ihrer manipulierenden Art, die mir wirklich auf den Zeiger ging), Lyra und Merkan sorgen für zusätzliche Konflikte und Allianzen. Die Dynamik innerhalb der gewachsenen „Familie“ wird weiter vertieft, auch wenn die räumliche Trennung manches erschwert.

Schreibstil, Worldbuilding usw.

K.T. Steen setzt den Multiple-POV-Stil konsequent fort und lässt dadurch die verschiedenen Handlungsstränge parallel laufen. Die Kapitel beginnen weiterhin mit Remonds Aufzeichnungen, die zusätzliche Tiefe und persönliche Einblicke liefern. Der Schreibstil bleibt flüssig, wechselt geschickt zwischen spannenden Action-Szenen, emotionalen Momenten und politischen Intrigen.

Das Worldbuilding erreicht einen neuen Höhepunkt. Die Interaktionen mit den Göttern, die Auswirkungen der Edelsteine auf ihre Träger und die Prophezeiungen erweitern das magische System. Die Drachen, die Quelle der Magie und die politischen Verhältnisse in den verschiedenen Ländern werden greifbarer. Besonders die Gefahr, die von den Göttern ausgeht, die nichts vom Verrat erfahren dürfen, erzeugt ständige Spannung bzw. der Moment, in dem sie es erfahren und die Gefahr weiter um sich greift, bieten viel Potential.

Meinung (mit Spoilern)

„Eisflimmern“ fühlt sich wie der direkte Übergang zum Finale an. Fayette berührt den Feenstein und wird zur nächsten Königin ernannt – ein Moment voller Panik, weil sie fürchtet, dass die Göttin Reena sie töten wird, sobald sie vom Plan der Vernichtung der Steine erfährt. Die Liebesnacht mit Noah und sein anschließendes Eingreifen sind emotional stark. Auch Patricia wächst mehr und mehr über sich und ihre ehemalige Rolle als Priesterin hinaus, während Saul gegen die Macht des Steins kämpft, der er mehr und mehr verfällt.

Natürlich können nicht alle einzelnen Storystränge gleich gewichtig gefallen. Ich muss sagen, dass sich für mich hier Patricia und Saul ganz nach oben gesetzt haben, allerdings dicht gefolgt von Fayette und Noah. Eyras immer währender Konflikt mit dem Gott in ihrem Kopf war teilweise ein wenig langatmig.

Trotz allem fand ich Band 4 wieder etwas spannender als 3, vor allem eine perfekte Überleitung direkt zu Band 5. Der gesamte Konflikt baut sich nach und nach weiter auf. Die Figuren erhalten auch ebenso kontinuierlich weiter Kontur und Charakterzüge, während sie sich innerhalb ihrer Beziehungen auch teilweise neu entdecken und über sich hinauswachsen.

Fazit

„Eisflimmern“ ist ein starker vorletzter Band, der die Einsätze erhöht, die Charaktere weiter vertieft und die verschiedenen Handlungsstränge geschickt aufeinander zuführt. Die Bedrohung durch die Götter, die persönlichen Opfer und die wachsende Verzweiflung machen die Geschichte intensiver. Mit der Erweckung der Drachen und dem Aufbruch zur Quelle steht das große Finale unmittelbar bevor. Die Eisfeuer-Saga bleibt durchgehend unterhaltsam und baut konsequent auf das Ende hin.

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