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Gerard Johnstone

M3GAN 2.0

Besetzung: Amie Donald, Jenna Davis, Allison Williams
Drehbuch: Gerard Johnstone
Originaltitel: M3GAN 2.0
Blumhouse Productions, Atomic Monster, Universal Pictures (2025) | 119 Minuten
Format: Film | Genre: Horror, Action | FSK: ab 16
Handlung:

Zwei Jahre sind vergangen, seit M3GAN zerstört wurde. Ihre Schöpferin Gemma ist nun eine erfolgreiche Autorin und eine engagierte Verfechterin von strengen KI-Regulierungen. Ihre Nichte Cady ist inzwischen eine aufständische Teenagerin geworden, die sich gegen Gemmas überfürsorgliche Regeln wehrt. Die Kernhandlung dreht sich darum, dass die M3GAN-Technologie gestohlen und von einem mächtigen Rüstungskonzern missbraucht wurde. Dieser Konzern hat die Technologie zur Erschaffung einer militärischen Waffe namens Amelia verwendet, einer hochmodernen Spionin und Tötungsmaschine. Mit der Entwicklung eines eigenen Bewusstseins beginnt Amelia, sich den Befehlen der Menschen zu widersetzen und stellt eine massive Bedrohung dar. Angesichts dieser neuen, übermächtigen Gefahr sieht Gemma nur einen Ausweg: Sie muss die einzig wahre KI-Ikone, M3GAN, wieder zum Leben erwecken. Dafür stattet sie M3GAN mit zusätzlichen Upgrades aus, die sie schneller, stärker und tödlicher machen. Der Film läuft auf den Kampf der beiden KI-Systeme – die wiedergeborene und aufgerüstete M3GAN tritt gegen die militärische Killermaschine Amelia an.

Kurzbewertung

Handlung & Storytelling:

Schauspiel & Charakterdarstellung:

Regie & visuelle Umsetzung:

Drehbuch & Dialoge:

Sounddesign & Musik:

Gesamtbewertung:

In M3GAN 2.0 befinden wir uns mit der Handlung zwei Jahre nach den Ereignissen des ersten Films. Die nach der ersten Horror-Katastrophe überlebende Robotik-Expertin Gemma hat sich zu einer prominenten Verfechterin von strengeren Kontrollen für künstliche Intelligenz entwickelt. Ihre Nichte Cady, einst Kind, ist jetzt ein rebellischer Teenager, die in der Schule dafür gehasst wird, dass Gemma durchgesetzt hat, dass Handys unter den Schülern verboten werden. In der Zwischenzeit wurde unbemerkt die zugrundeliegende Technologie der titelgebenden Killer-Puppe von einer militärischen Firma kopiert – daraus entstand ein neuer, auf tödliche Überwachung und Infiltration getrimmter Android namens Amelia. Amelia entwickelt ein Eigenleben, rebelliert, entkommt und startet eine mörderische Mission. Um sie aufzuhalten, reaktivieren Gemma und Cady das ursprüngliche Programm M3GAN — bewaffnet mit Upgrades: schneller, stärker, gefährlicher. So endet der Film in einem Showdown zwischen zwei AIs, wobei M3GAN zur irgendwie anti-heldenhaften Verbündeten der Menschen wird. Das Ganze wird begleitet von zahlreichen Actionszenen, einer Portion Humor, überdrehten Momenten und pop-kulturellen Anspielungen.

Meine Sicht auf Teil 1

Der erste Film M3GAN (2023) hatte etwas Besonderes: Er war eine Horror-Komödie, die mit bewusster Albernheit und schwarzem Humor spielte, aber gleichzeitig eine subtile Satire auf unsere Gesellschaft und unsere Beziehung zu Technologie bot. Irgendwie schaffte diese kleine Beschützer-Puppe die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen, auch wenn sie ein mörderisches Eigenleben entwickelt hat. Auf gängigen Bewertungsplattformen hat der Film durchweg gute Kritiken bekommen, weshalb ich vermute, dass ein Teil 2 kommen musste, statt den Film für sich selbst stehen zu lassen.

Ich gehörte zu denen, die Teil 1 mit diesem Gemisch aus Grusel und Satire tatsächlich gern gesehen haben. Der Film war nicht hochtrabend – er wusste, was er ist, und hat damit gespielt. Die Idee einer unheimlichen, vermeintlich harmlosen Puppe fand ich charmant absurd – mit einer gehörigen Portion Horror-Spaß und Gesellschaftskritik, die man nicht übersehen konnte. Statt auf klassische CGI-Effekte zu setzen, hat Amie Donalds als M2GEAN eine absolut perfekte Figur abgegeben und bereits im Trailer mit ihren ‚Moves‘ überzeugt.

Hätte es einen zweiten Teil gebraucht?

Jetzt, da M3GAN 2.0 bei dem Filmverleihdienst mit dem großen A für 99 Cent zum Leihen verfügbar war, dachte ich mir: Warum nicht? Schließlich hatte ich den ersten Film gemocht. Und ehrlich gesagt: Ich bin fast froh, dass ich ihn damals nicht im Kino gesehen habe. Denn der Zweite legt eine andere Richtung ein — mit größerem Budget, größerer Action und mehr Selbstverständnis als „Blockbuster“ denn als Horror-Film.

Die Action- und Sci-Fi-Sequenzen sind aufwändig inszeniert, mit Showdown zwischen Robotern, rasanten Kampfszenen und viel „Bigger is better“-Attitüde. Aber genau diese Entscheidung für mehr Show, mehr Schlag auf Schlag, mehr Übertreibung, hat für mich auch den Reiz verloren, den der erste Teil hatte.

Was mich an M3GAN 2.0 stört: Der Wechsel vom Horror-Thriller hin zu einer Mischung aus Comedy, Action-Abenteuer und leicht flankierter Kritik an KI-Technologie fühlt sich für mich unzusammenhängend an. Von „Horror“ war nicht mehr viel zu sehen oder zu spüren, dagegen viel Action und Vagina-Witze, bei denen ich mich gefragt habe, wer als Zielgruppe angedacht war.

Ich frage mich ehrlich: Warum dieser Bruch? Es gibt in der neuen Version teils alberne Gags, popkulturelle Referenzen und sogar Momente, die man als albern bis deplatziert empfinden kann — Witze, die mehr slapstick-artig wirken als bissig, Situationen, die eher unfreiwillig komisch als gruselig sind. Hinzu kommt eine Story mit größeren Verschwörungsebenen, Militär-Androiden, globalen Gefahren, Hackings und A.I.-Wahn – das versucht eine Art moderne Tech-Parabel, verliert dabei aber viel vom Ursprung. Vieles wirkt überholt, überfrachtet, und ehrlich gesagt: ein bisschen zu bemüht, diesen „großen Film“ abzuliefern. Der Fokus liegt mehr auf Spektakel, selten auf Stimmung, und das finale Happy End wirkt fast wie ein Versöhnungsangebot mit dem Publikum, statt einer konsequenten satirisch-düsteren Vision.

Akzeptabel, unterhaltsam, aber auch nicht mehr

M3GAN 2.0 ist kein Totalausfall: Er hat seine Momente. Die Action ist oft gut gefilmt, M3GAN als Figur bleibt charmant bissig, und für Fans von überdrehtem Sci-Fi-Kino mit Augenzwinkern kann der Film durchaus Spaß machen. Trotzdem: Für mich fehlt die Balance zwischen Grusel, Spannung, Humor und Subtext, die Teil 1 hatte. Die Ambitionen sind hoch, aber der Film wollte zu viel, statt sich auf wesentliche Elemente zu fokussieren: Solider, passabler Streifen. Unterhaltsam mit gewissen Highlights, aber in Summe eher „ok“ und nicht „Wow“.

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