StoryScan

Fable2
© arsEdition, Svetlana Belyaeva

Adrienne Young

Fable – Das Geheimnis der Mitternacht

Band 2 (von 2)

Originaltitel: Namesake | Übersetzt von: Elisabeth Schmalen
 arsEdition GmbH (2024) | 368 Seiten | 18,00 €
ISBN: 978-3-8458-5645-2
Genre: Romance, Fantasy, Abenteuer, Piraten, Young Adult, Coming-Of-Age | Altersempfehlung: ab 14
Klappentext:

Geheimnisse, Verrat und die große Liebe

Fable hat alles verloren. Gerade als sie glaubt, eine neue Zukunft mit West aufbauen zu können, wird sie von einem verfeindeten Händler entführt. Während Fable zu fliehen versucht, kommen verborgene Familiengeheimnisse ans Licht, die alles verändern könnten. Wer war ihre Mutter wirklich? Und was hat es mit dem mysteriösen Edelstein Mitternacht auf sich? Fables Welt und ihre Beziehung zu West werden auf eine harte Probe gestellt …

Das Finale der magischen Romantasy-Dilogie, voller Abenteuer, Drama und großen Gefühlen zum Mitfiebern!

Kurzbewertung

Handlung & Spannung:

Idee & Originalität:

Cover & Aufmachung:

Charaktere & Entwicklung:

Schreibstil & Sprache:

Gesamtbewertung:

„Fable – Das Geheimnis der Mitternacht“ setzt die Geschichte ohne Pause direkt fort und führt zurück in eine Welt, die von Macht, Abhängigkeiten und alten Schulden geprägt ist. Die Gestaltung der beiden Bände, die erst nebeneinander das vollständige Bild von Fable ergeben, wirkt im Rückblick fast wie ein Kommentar zu ihrer Entwicklung: ein Gesicht, das erst sichtbar wird, wenn man beide Teile kennt. Auch das transparente Page‑Overlay findet sich wieder und verbindet die Bände optisch miteinander.

Der Roman knüpft direkt an den Cliffhanger des ersten Teils an. Fable befindet sich nach ihrer Entführung durch Zola auf der Luna, und die Aussicht, zur Marigold zurückzukehren, ist zunächst nur ein Gedanke, der sie durch die ersten Kapitel trägt. Doch die Gefangenschaft ist nur der Einstieg in eine größere Bewegung, denn Zola verfolgt Pläne, die weit über Fables persönliche Geschichte hinausreichen. Er bringt sie zu Holland, einer Händlerin, deren Einfluss und Kälte die Strukturen der Handelswelt deutlicher sichtbar machen als alles, was Fable bisher erlebt hat.

Vergangenheit, Herkunft und die Last eines Namens

Der zweite Band verschiebt den Schwerpunkt der Erzählung. Während Fable im ersten Teil vor allem ums Überleben kämpfen musste, wird sie hier mit ihrer Herkunft konfrontiert. Die Geheimnisse um ihre Mutter Isolde und den Edelstein Mitternacht rücken in den Mittelpunkt und verändern den Blick auf vieles, was zuvor nur angedeutet war.

Fable wirkt in dieser Fortsetzung reifer, aber gleichzeitig verletzlicher, weil sie sich nicht mehr nur gegen äußere Bedrohungen behaupten muss, sondern auch gegen das, was sie über ihre Familie erfährt. Die innere Spannung, der Wunsch nach Freiheit und die Sehnsucht nach einem Ort, an dem sie bleiben kann, zieht sich durch den gesamten Roman.

Young beschreibt diese Entwicklung ohne große Umschweife. Vieles entsteht aus kleinen Momenten, aus Entscheidungen, die Fable treffen muss, obwohl sie weiß, dass jede davon Konsequenzen hat.

Beziehungen, die sich verschieben

Die Nebenfiguren bleiben wichtig, auch wenn einige von ihnen weniger Raum bekommen als im ersten Band. West, der zuvor vielschichtig und schwer greifbar wirkte, tritt hier oft in den Hintergrund. Seine Andeutungen über die eigene Vergangenheit bleiben vage, und seine Beziehung zu Fable ist zwar präsent, aber nicht der Antrieb der Handlung.

Stattdessen rücken andere Bindungen in den Vordergrund: die Freundschaften, die Fable auf der Marigold gefunden hat, und vor allem die Beziehung zu ihrer Mutter, die rückblickend eine neue Bedeutung erhält.

Holland ist als Antagonistin klar gezeichnet, ohne dabei überzeichnet zu wirken. Ihre Rolle zeigt, wie eng Macht und Abhängigkeit in dieser Welt miteinander verwoben sind.

Eine Welt, die dichter wirkt, aber nicht immer klarer

Young bleibt ihrem bildhaften Stil treu. Die Hafenstädte, die Schiffe, die Hierarchien der Händler, all das wird mit einer Genauigkeit beschrieben, die die Welt greifbar macht. Die Atmosphäre ist dicht, manchmal fast schwer, und sie zieht sich konsequent durch die Geschichte.

Allerdings hat die Fortsetzung Längen. Besonders in der ersten Hälfte verliert sich die Handlung in Wiederholungen und Szenen, die wenig voranbringen. Der klare Fokus des ersten Bandes fehlt hier gelegentlich, weil die Geschichte sich auf mehrere Ebenen verteilt. Erst im letzten Drittel zieht das Tempo wieder an, wenn die Geheimnisse um Isolde und den Edelstein Mitternacht offen auf dem Tisch liegen.

Das Ende ist weitgehend abgeschlossen, lässt aber Raum für Gedanken darüber, was man vielleicht noch hätte vertiefen können. Einige Aspekte wirken angedeutet, aber nicht vollständig ausgearbeitet.

Fazit: Ein stimmiger, aber nicht makelloser Abschluss

„Fable – Das Geheimnis der Mitternacht“ schließt die Dilogie auf eine Weise ab, die die Stärken der Reihe sichtbar macht: eine atmosphärische Welt, eine Protagonistin, die ihren Weg sucht, und Themen, die über das reine Abenteuer hinausgehen. Identität, Familie, Freiheit und die Frage nach dem Preis von Entscheidungen ziehen sich durch beide Bände und geben der Geschichte Tiefe.

Der zweite Band erreicht nicht immer die Klarheit des ersten, weil er sich an manchen Stellen verzettelt und einige Figuren weniger Raum bekommen, als sie verdient hätten. Dennoch funktioniert der Abschluss, weil er Fables Weg konsequent weiterführt und die Dilogie als Ganzes abrundet.

 

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Fable – Der Gesang des Wassers (1) – StoryScan
2 Monate zuvor

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