Victoria Rosenthal, Rick Barba
Das offizielle HORIZON Kochbuch
Die Geschmäcker der Sieben Stämme
SCHLEMMEN WIE DER SONNENKÖNIG! In der Rolle von Aloy habt ihr in der sengenden Hitze der Zinnober-Sande, zwischen den Ruinen von Taltreff und in den üppigen Weiten der Großen Ebenen tödlichen Maschinen getrotzt. Doch obwohl die Welt von Horizon vor Gefahren nur so wimmelt, besticht sie auch durch eine Vielzahl einzigartiger Küchen und köstlicher Speisen. Schließlich macht die Jagd auf Maschinenmonster hungrig!
Begleitet Milduf Eberbrater, den sanftmütigen Oseram-Koch aus Kettenkratz, auf seiner Reise von den tückischen Klanlanden des Verbotenen Westens bis in die eisige Wildnis des Schnitts im Osten. Dabei immer an seiner Seite: Pentalla von den Tenakth.
Dieses ungleiche Paar präsentiert euch in diesem Buch über 60 Rezepte der legendären Stämme von Horizon. Probiert herzhafte Gerichte wie Nora-Talpuffer, Banuk-Scherbenbrot, Tenakth-Feuerklauentopf, Utaru-Weizenschnitten und Carja-Sonnenflügel. Außerdem teilt Milduf ausgewählte Oseram-Spezialitäten wie sein berühmtes Bitterbräu-Wildschwein sowie einige Gerichte der mysteriösen Quen mit euch.
Kurzbewertung
Rezeptvielfalt:
Idee & Originalität:
Gestaltung & Layout:
Verständlichkeit & Struktur:
Spaßfaktor beim Nachkochen:
Gesamtbewertung:
Die Horizon-Reihe gehört für mich zu den eindrucksvollsten Gaming-Erlebnissen der letzten Jahre. Besonders Horizon Zero Dawn hat mich damals komplett abgeholt – mit seinem einzigartigen Setting, der starken Hauptfigur Aloy und einem Storytelling, das mich bis zum Ende gefesselt hat. Die Mischung aus postapokalyptischer Welt, futuristischer Technologie und archaischer Stammeskultur war für mich einfach perfekt. Auch Horizon Forbidden West hat mir gefallen, vor allem optisch und spielmechanisch war es ein Schritt nach vorn, aber was die emotionale Tiefe und narrative Dichte angeht, bleibt Teil 1 für mich unerreicht.
Die Spiele spielen in einer Welt, die nach dem Zusammenbruch einer hochtechnologischen Zivilisation von verschiedenen Stämmen neu besiedelt wurde. Diese Stämme, darunter die Nora, Carja, Oseram, Tenakth und Utaru, leben in einer Welt, die von tierähnlichen Maschinenwesen bevölkert ist. Die Protagonistin Aloy, eine Ausgestoßene mit geheimnisvoller Herkunft, kämpft sich durch diese Welt, deckt die Geschichte der alten Zivilisation auf und versucht, die Menschheit vor einer neuen Bedrohung zu retten. Dabei verbindet das Spiel geschickt Open-World-Gameplay mit taktischem Kampf, Erkundung, Crafting und, für mich am relevantesten, einer tiefen Hintergrundgeschichte.
Das offizielle Kochbuch Horizon – Die Geschmäcker der Sieben Stämme greift genau diese kulturelle Vielfalt auf und übersetzt sie in kulinarische Erlebnisse. Es ist nicht einfach ein Rezeptbuch, sondern ein erzählerisch gestaltetes Werk, das die Welt von Horizon auf eine ganz neue, sinnliche Weise erfahrbar macht, durch Geschmack, Geschichten und Atmosphäre.
Inhalt
Das Buch ist als Tagebuch des angesehenen Oseram-Kochs Mildurf Ebergriller konzipiert, der durch die verschiedenen Regionen reist und dabei die Küchen der Stämme erkundet. Diese Rahmenhandlung zieht sich durch das gesamte Buch und wird vor jedem neuen Kapitel, also vor jedem Stamm, auf einer doppelseitigen Story-Sequenz weitererzählt. Die Stämme selbst werden ebenfalls jeweils mit einer bildlichen Beschreibung und kulturellem Kontext eingeführt.
Die Gliederung folgt den bekannten Stämmen aus dem Spiel:
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Utaru
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Wüsten-Tenakth
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Himmels-Tenakth
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Tiefland-Tenakth
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Oseram
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Carja
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Nora
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Banuk
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Quen
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und abschließend eine Sammlung an Tränken
Jeder Stamm bringt seine eigene kulinarische Identität mit, von herzhaften Fleischgerichten über pflanzenbasierte Speisen bis hin zu fermentierten Spezialitäten. Die Rezepte sind jeweils mit einem kurzen Einleitungstext versehen, der eben wie ein kleiner Tagebucheintrag oder eine Anekdote wirkt. Diese Texte sind charmant, stimmungsvoll und helfen dabei, die Gerichte in der Welt von Horizon zu verorten.
Am Anfang des Buches gibt es einen Zutaten-Leitfaden, der ungewöhnlichere Zutaten wie Kümmel, Miso, Seitan oder Tahin erklärt, sehr hilfreich, gerade wenn man nicht täglich mit diesen Dingen kocht. Auch Hinweise zu laktosefreien oder glutenfreien Varianten sind bei vielen Rezepten vorhanden.
Meine Meinung
Was die Gestaltung angeht, ist das Buch wirklich ein Highlight. Die Fotos der Gerichte sind authentisch und stilistisch passend zur Welt von Horizon inszeniert – keine überinszenierten Hochglanzbilder, sondern stimmungsvolle Darstellungen. Schade, dass es dazu keine ausdrückliche Widmung im Impressum gibt. Einige Fotografien wie klassische Fruchtkuchen oder Bowls wirken wie Stockfotografien, wenn auch trotzdem passend zur Thematik. Dazu kommen Illustrationen aus dem Spiel, die das Ganze atmosphärisch abrunden. Die Haptik des Covers mit dem Lack über dem Titel ist ebenfalls sehr gelungen und macht das Buch auch optisch zu einem Schmuckstück im Regal.
Inhaltlich ist das Buch für mich ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es das informativste und erzählerisch stärkste Fankochbuch, das ich bisher in den Händen hatte. Die Welt wird hier nicht nur durch Gerichte, sondern durch Geschichten, Figuren und kulturelle Kontexte lebendig. Das ist wirklich „over the top“ – im besten Sinne.
Auf der anderen Seite hatte ich persönlich Schwierigkeiten, mich in die Rezepte einzufinden. Viele Gerichte sind entweder sehr aufwendig, mit langen Zutatenlisten und schwer erhältlichen Zutaten wie Jakobsmuscheln oder Wildschwein, oder sie wirken eher generisch, wie Furchttörtchen oder klassisches Gulasch. Das ist natürlich Geschmackssache, aber ich hätte mir etwas mehr kreative Eigenständigkeit gewünscht.
Was die Umsetzung betrifft: Wenn man alle Zutaten hat, lassen sich die Gerichte wunderbar nachkochen. Die Anleitungen sind klar, die Zutatenlisten gut strukturiert, und die Hinweise zu Allergenen oder Varianten sind hilfreich. Die Gliederung nach Stämmen funktioniert hervorragend und macht das Durchblättern zu einer kleinen Entdeckungsreise.
Fazit
Horizon – Die Geschmäcker der Sieben Stämme ist ein wunderschön gestaltetes, erzählerisch starkes Kochbuch, das Fans der Spielereihe viel Freude bereiten wird. Es ist weniger ein praktisches Alltagskochbuch als vielmehr ein liebevoll inszeniertes Sammlerstück, das die Welt von Horizon auf kulinarische Weise erweitert. Wer sich auf die Geschichte einlässt, wird hier viel entdecken. Wer hingegen schnelle, alltagstaugliche Rezepte sucht, könnte sich an der Komplexität mancher Gerichte stören. Für mich persönlich ist es das storyreichste Fankochbuch, das ich besitze und allein dafür hat es seinen Platz in meiner Sammlung mehr als verdient.