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© Drachenmond Verlag GmbH

Liane Mars

Asrai

Das Portal der Drachen
(Band 1 der Dilogie)

Print: Drachenmond Verlag GmbH (2023) | Winterfeld Verlag (2024): Hörbuch Laufzeit ca. 12 Stunden
EAN 4099995443011
Genre: Romantasy-Abenteuer | Altersempfehlung: ab 14
Klappentext:

Wer ist der Feind? Der Mann, den sie liebt? Oder der Drache, dem sie vertraut?

Entgegen aller Konventionen darf die mittellose Elaja eine Ausbildung zur Drachenreiterin beginnen. Doch ohne eigenen Drachen zur praktischen Prüfung anzutreten, ist schwierig. Zum Glück besitzt der nach einem schweren Flugunfall traumatisierte Ian gleich zwei Drachen. Die beiden gehen einen Deal ein, aber schon bald erkennt Elaja, dass Ians Drachen Geheimnisse hüten, die besser unentdeckt geblieben wären.

Kurzbewertung

Handlung & Spannung:
atmosphärisch, spannend, fesselnd

Idee & Originalität:
Drachenreiter, Wiedergeburten, Wächter und alte Kriege

Cover & Aufmachung:
(ich habe lange gebraucht, den weißen Drachen zu verstehen … und habe mich gefragt, warum er nicht rot ist)

Charaktere & Entwicklung:
nachvollziehbare Entwicklungen und Entscheidungen

Schreibstil & Sprache:
gnadenlos atmosphärisch und viel Liebe zum Detail

Gesamtbewertung:

„Asrai – Das Portal der Drachen“ ist der Auftakt einer epischen Drachen-Fantasy-Reihe (abgeschlossene Dilogie mit Fortsetzung) mit starkem Liebesroman-Element. Die Geschichte wird komplett aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Elaja erzählt und verbindet eine detailliert aufgebaute Welt mit Drachen, Magie, Gildenbürokratie und einer langsam aufkeimenden Romanze. Der Klappentext verspricht schon Spannung um Vertrauen, Geheimnisse und die Frage: Wer ist eigentlich der Feind? Als Hörbuch (gelesen von Lucy Leopold) habe ich es erlebt – und es hat mich trotz einiger kleiner Stolpersteine richtig gepackt.

(Hier wie immer bei Hörbüchern der Hinweis, dass ich die Namen so schreibe, wie ich sie aus dem Klappentext erkennen kann und ansonsten nach … Gefühl wie es richtig sein könnte)

Handlung (spoilerfrei)

Elaja ist eine mittellose, magielose (glaubt sie zumindest) junge Frau, die im Drachenhort als einfaches Fußvolk arbeitet, aber heimlich davon träumt, Drachenreiterin zu werden. Drachen gelten hier als friedliche, faszinierende Wesen, und die Welt ist streng in Gilden unterteilt – von Heilern über Boten bis zu den heldenhaften Jäger-Drachenreiter. Elaja ist Mitglied der Heilergilde und strebt eigentlich an, eine herausragende Medizinerin zu werden, um mit auf Einsätze fliegen zu dürfen. Doch dann rettet sie Ian das Leben, einen scheinbar traumatisierten Drachenreiter mit zwei eigenen Drachen, und plötzlich öffnet sich für sie die Möglichkeit, die Ausbildung zur Reiterin zu machen – unter seiner Verantwortung. Ein Deal entsteht, Geheimnisse kommen ans Licht und die Geschichte nimmt richtig Fahrt auf. Es gibt wilde Drachen-Sichtungen, bürokratische Hürden (ja, sogar die Buchhaltung wir beschrieben!), und die Magie spielt eine größere Rolle, als Elaja anfangs ahnt. Die Handlung baut gemächlich auf, wird dann aber zunehmend intensiv und endet mit einem richtig starken Twist.

Schreibstil

Der Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft – besonders die Beschreibungen der Drachen (Aussehen, Typen, Verhalten) sind wunderschön und machen Lust, mehr zu erfahren. Man taucht richtig in die Welt ein, ohne dass es sich nach Infodump anfühlt, um Seiten zu füllen. Die Ich-Perspektive sorgt dafür, dass der Leser Elajas Gedanken und Gefühle sehr nah miterlebt. Manchmal wirkt es etwas bürokratisch-detailverliebt (Gildenstrukturen, Ausbildungszeiten etc.), was für den Worldbuilding-Fan super ist, aber zwischendurch den Flow etwas bremsen kann. Aber tatsächlich nach vielen eher flachen Büchern, bei denen sich zufrieden gegeben wird zu sagen „da ist ein Wald“ ist es auch schon, wenn Wert auf die Umgebung und Tiefe gelegt wird.

Sprecherin / Hörbuchqualität

Gelesen von Lucy Leopold: Die Sprecherin artikuliert sehr deutlich, ruhig und sehr emotional – das passt grundsätzlich gut zur Ich-Perspektive der 21-Jährigen Elaja und zu den intensiven Momenten. Die Qualität ist durchgängig hoch und vermutlich wäre es auch ein angenehmes Tempo, wenn ich nicht grundsätzlich hibbelig wäre (Zum Glück kann ich technisch einfach die 1,25x aktivieren). Trotz der wirklich guten Arbeit, hat der Wechsel zu den männlichen Stimmen oder der Drachen nicht immer ganz so überzeugend gewirkt. Es fühlte sich für mich an gewissen Stellen eher etwas flach an und distanziert an.

Charakterentwicklung

Elaja ist frech, provokant, ein bisschen stur und wird von vielen für leicht verrückt gehalten – genau mein Typ Protagonistin! Sie wächst von der Außenseiterin, die sich ständig Fehler zuschieben lässt, zu jemandem, der ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen möchte. Ihre Faszination für Drachen und ihre Unsicherheit bezüglich ihrer eigenen „Fantasie“ vs. echter Magie machen sie sehr greifbar. Ian dagegen ist komplex: traumatisiert, geheimnisvoll, verantwortungsvoll, aber auch mit einer dunklen Seite. Selbst Nebencharaktere bekommen genug Raum und ihre Stärken und Schwächen, um sympathisch und individuell zu wirken. Die Entwicklung ist stark strukturiert, vor allem bei Elaja spürt man den Bogen über das Buch hinweg klar.

Fazit

Ein starker Einstieg in eine Drachen-Fantasy-Reihe, die mehr Tiefgang hat, als der Klappentext vermuten lässt. Die Mischung aus Worldbuilding, Liebesroman-Elementen, Magie und epischen Konflikten funktioniert super – und das Ende ist ein echter Hammer, der Lust auf Band 2 macht. Kleine Schwächen im Mittelteil und bei der Hörbuch-Stimme (subjektiv) fallen nicht so ins Gewicht wie die vielen starken Momente und die fesselnde Enthüllung um die Pfortenwächter. Für Fans von Drachen, Enemies-to-Lovers-Vibes und Welten mit Reinkarnations-Twists eine klare Empfehlung!

 

Spoiler-Handlung (Achtung: ab hier alles zum großen Twist um die Pfortenwächter!)

Elaja schafft bei ihrer Prüfung plötzlich eine eigene Pforte – etwas, das nur Pfortenwächter können. Ian erklärt ihr, dass er der Wächter dieser Welt ist, jede Welt nur einen hat und dass Elaja sich hier immer fremd gefühlt hat, weil sie eigentlich aus einer anderen Welt stammt. Er warnt sie: Pfortenwächter bringen immer Krieg zwischen den Welten (um Rohstoffe, Sklaven, Magie, Dracheneier). Deshalb will er sie schützen und sie soll schweigen.

Am Ende erfährt man dann jedoch die volle Wahrheit: Elaja ist die Wiedergeburt von Asrai, der Pfortenwächterin, die ihre früheren Leben immer vergisst. Ian ist die Wiedergeburt von Shetai, dem Pfortenwächter, der nie vergisst. Sie sind uralte Feinde über den Tod hinaus. Alle 300 Jahre entbrennt ein Krieg, ausgelöst von Asrai und Rai, in den Shetais Welt hineingezogen wird.

Ian erzählt, Asrai sei ein Monster gewesen, das fast sein Volk auslöschte. Shetai und sie töteten sich vor 300 Jahren gegenseitig, die Pforten schlossen sich durch deren Tod, und die fremde Armee blieb in seiner Welt zurück und terrorisiert sie seither. Ian kam in Elajas Welt, um sie präventiv zu töten – konnte es aber nicht. Jetzt, da sein Hort vor einigen Tagen zerstört wurde und seine Familie starb, schwört er Rache. Er öffnet die Pforte und lässt die feindlichen Drachen einfallen.

Elaja erkennt, dass sie ist die wahre Pfortenwächterin dieser Welt – nicht Ian!

Der Twist dreht alles um: Ian ist der Aggressor, der aus Rache die Invasion startet. Mega spannend und richtig fies – das macht definitiv neugierig auf die Fortsetzung!

Ah – und zuletzt erhält Elaja ihren eigenen Drachen: Manila. Ein absolut reizendes, wenn auch zeitgleich bissiges und kriegerisches Wesen.

Mit diesem Wissen und Voraussetzungen starten wir in Band 2 der Geschichte.

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