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arsen
© Pattloch Verlag, Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG, Alicia Terry

Christine Rechl (Herausgeberin)

Arsen und Butterplätzchen

Böse Weihnachtsgeschichten | 17 Kurzgeschichten und Weihnachtskrimis

Pattloch Verlag. Ein Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG (2025) | 176 Seiten | 12,00 €
ISBN: 978-3-629-01541-9
Genre: Krimi-Anthologie | Altersempfehlung: ab 16
Klappentext:

Schwarzer Humor pur – Weihnachten böse, garstig und mörderisch

Weihnachten ist die schönste Zeit des Jahres. Tatsächlich? Der Schein trügt, denn hinter verschlossenen Türen und in einsamen Hütten steckt so manches Geheimnis, wird gestritten und gemordet und dem Schicksal ein wenig nachgeholfen.

»Arsen und Butterplätzchen« versüßt mit 17 kriminellen und bösen Kurzgeschichten von Autorinnen und Autoren der „Mörderischen Schwestern“ (Vereinigung von Krimi-Autorinnen) und dem „Syndikat“ (Verein für deutschsprachige Kriminalliteratur) die Weihnachtszeit. Die Skala der Bosheit reicht von kleinen Gemeinheiten über Gruselstorys bis zum Ableben an Heiligabend. Ein Lesevergnügen für alle, die neben Plätzchen und Glühwein in der Weihnachtszeit auch etwas handfestere Kost suchen. Weihnachtskrimis mit Texten von Gisa Kloenne, Georg M. Oswald, Stefanie Gregg und vielen anderen.

Ein tolles Geschenk für Weihnachtsmuffel oder alle, die sich für schräge Weihnachtsgeschichten und für Krimis begeistern können

  • 17 böse, garstige und mörderische Weihnachtsgeschichten
  • Weihnachtskrimis voller schwarzem Humor
  • Neue, für dieses Buch geschriebene und gesammelte Geschichten
Transparenzhinweis: Diese Rezension basiert auf einem kostenlos zur Verfügung gestellten Leseexemplar durch netgalley.de

Kurzbewertung

Handlung & Spannung:

Idee & Originalität:

Cover & Aufmachung:

Charaktere & Entwicklung:

Schreibstil & Sprache:

Gesamtbewertung:

„Arsen und Butterplätzchen“ macht durch seinen Titel sofort klar, dass hier keine klassischen Weihnachtsgeschichten mit Kerzenschein und Familienidylle warten. Statt „Friede, Freude, Eierkuchen“ gibt es 17 Kurzgeschichten und Weihnachtskrimis. Das Cover mit dem Skelettlebkuchen unterstreicht diesen Bruch: ein Blick genügt, und man weiß, dass es nicht um besinnliche Stimmung geht, sondern um Geschichten, die Erwartungen brechen und manchmal ins Bitterböse kippen.

Natürlich kennen wir alle die stressigen Phasen rund um Weihnachten – wenn Familie, Geschenke und Verpflichtungen einen an die Grenzen bringen. Die Figuren in diesen Geschichten gehen einen Schritt weiter: sie lassen ihren Impulsen freien Lauf, und genau daraus entsteht der Nervenkitzel dieser Sammlung.

Anthologie

Wie bei allen Anthologien haben mir manche Geschichten besser gefallen als andere. Einige waren für mich richtige Highlights, andere weniger mein Geschmack – das gehört aber wohl auch einfach dazu, wenn eine Vielzahl an Autoren und Autorinnen zusammenkommen. Was die Sammlung insgesamt ausmacht, ist die Vielfalt: 17 Kurzgeschichten und Weihnachtskrimis, die alle auf ihre Weise mit der Erwartung „Weihnachten = Harmonie“ brechen. Mal ist es ein klassischer Krimi, mal eine fast märchenhafte Erzählung, mal eine kleine Gesellschaftsstudie. Und oft gibt es einen Twist, der die Geschichte noch einmal dreht.

Dabei unterscheiden sich die Geschichten auch in ihrer Länge. Manche sind sehr knapp und kommen schnell auf den Punkt, andere nehmen sich mehr Raum. Für meinen Geschmack hätten einzelne Beiträge ruhig noch ein, zwei Seiten mehr haben dürfen, um die Spannung oder Atmosphäre weiter auszubauen. Gleichzeitig liegt genau darin ein Vorteil: Die unterschiedlichen Längen machen das Buch perfekt für zwischendurch. Ob in der Mittagspause, am Abend oder zwischen zwei Terminen.

Das Ganze fühlt sich eben an wie ein bunter Plätzchenteller: abwechslungsreich, nicht jedes Stück gleich, aber zusammen eine spannende Mischung. Und ehrlich gesagt achte ich jetzt auch darauf, von wem ich überhaupt Plätzchen annehme und an welchem Ort (man weiß ja nie, was drinsteckt).

[Zwischendurch hatte ich auch kleine Momente, die mich zum Schmunzeln gebracht haben – nicht weil die Geschichten überaus lustig wären, sondern weil sie sich mit meinem Alltag überschnitten. Als mir eine Freundin ihre neue Weihnachtskugel zeigte, eine kleine Schreibmaschine, musste ich sofort an eine der Storys denken, in der genau so ein Ding eine tödliche Rolle spielt.]

Was mir gefällt: Die Sammlung ist nicht blutrünstig, sondern eher subtil böse. Es geht weniger um stumpfe Gewalt als um die kleinen Bosheiten, die sich im festlichen Rahmen entfalten. Streitigkeiten, Geheimnisse, alte Rechnungen – all das wird hier literarisch verpackt. Dadurch bleibt die Lektüre kurzweilig und eignet sich perfekt für die Vorweihnachtszeit, wenn man zwischen Geschenklisten und Familienfeiern eine andere Art von „Festtagskost“ sucht.

Fazit

„Arsen und Butterplätzchen“ ist eine Sammlung, die zeigt, dass Weihnachten nicht nur aus Kerzenschein und Familienidylle bestehen muss. Die Geschichten nehmen das Fest auseinander, drehen es durch den Fleischwolf und servieren es mit überraschendem Twist. Manche Geschichten sind länger, andere sehr knapp – für meinen Geschmack hätten einzelne ruhig noch ein paar Seiten mehr haben dürfen. Gleichzeitig macht genau diese Unterschiedlichkeit das Buch ideal für zwischendurch: eine Story passt in die Mittagspause, eine andere in den Abend, wenn man noch ein paar Minuten Ruhe hat.

Nicht jede Geschichte ist ein persönliches Highlight, aber zusammen ergibt sich ein abwechslungsreicher Teller, der den klassischen Weihnachtszauber auf den Kopf stellt. Und wie beim echten Plätzchenteller gilt: man probiert, man kostet, und man überlegt sich gut, von wem man überhaupt etwas annimmt – man weiß ja nie.

Wer genug von den üblichen Wohlfühlgeschichten hat und Lust auf eine andere Art von Weihnachtslektüre verspürt, findet hier genau das Richtige: kurzweilig, pointiert und mit einer Portion Gift im Zuckerguss.

Inhaltsverzeichnis

  • Chris Staudter: Ein Hauch von Weihnachten
  • Christine Rechl: Ordnung ist das halbe Leben
  • Alexander Vorländer: Adele
  • Stefanie Gregg: Wir sagen euch an den lieben Advent
  • Franziska Henze: Knallerwochenende
  • Gisa Klönne: Stern
  • Edith Anna Polkehn: Zauberhaftes Grün
  • Michael Kibler: Walzentod
  • Mareike Fröhlich: Frühlingsveilchen
  • Anke Küpper: Das letzte Geschenk
  • Regina Schleheck: Wenn der Postmann zweimal klingelt
  • Cornelia Härtl: Zum Teufel mit dem Weihnachtsmann
  • George M. Oswald: Große Bescherung
  • Beate Ferchlaender: Warm ums Herz
  • Jordan T.A. Wegberg: Anruf bei Tante Hedwig
  • Holly Birtwell: Der Mantel des Schweigens
  • Jill Kaltenborn: Rosenkohl
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