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marchenhaftendrei
© SIBOST Verlag

Mailin Weder

Die märchenhaften Drei

Ein Zwerg und sein Riesenproblem

SIBOST Verlag (2024) | 192 Seiten | 12,00 €
ISBN: 978-3-98942293-3
Genre: Kinderkrimi | Altersempfehlung: ab 8
Klappentext: Es sind Sommerferien, doch statt Strandurlaub drohen sechs Wochen bei Oma. Die ist zwar nett, wohnt aber einsam mitten im Wald. Als Roja direkt nach der Ankunft auf einen sprechenden Wolf trifft, wird ihr klar, dass das kein normaler Wald ist. Dann werden auch noch Omas Gartenzwerge lebendig und wenden sich mit einem Riesenproblem an Roja. Schon purzelt das Mädchen kopfüber in ein märchenhaftes Abenteuer.

Kurzbewertung

Handlung & Spannung:

Idee & Originalität:

Cover & Aufmachung:

Charaktere & Entwicklung:

Schreibstil & Sprache:

Gesamtbewertung:

Der Titel Die märchenhaften Drei: Ein Zwerg und sein Riesenproblem von Mailin Weder, positioniert sich als packender Kinderkrimi für Jungen und Mädchen ab 8 Jahre, die Märchen und Abenteuer lieben.

Der Klappentext führt den Leser direkt in das Dilemma der Protagonistin ein: „Es sind Sommerferien, doch statt Strandurlaub drohen sechs Wochen bei Oma. Die ist zwar nett, wohnt aber einsam mitten im Wald. Als Roja direkt nach der Ankunft auf einen sprechenden Wolf trifft, wird ihr klar, dass das kein normaler Wald ist. Dann werden auch noch Omas Gartenzwerge lebendig und wenden sich mit einem Riesenproblem an Roja. Schon purzelt das Mädchen kopfüber in ein märchenhaftes Abenteuer.

Mit der Altersempfehlung von 8 bis 11 Jahren ist es perfekt auf Erstleser zugeschnitten, die nach einem spannenden, aber auch leicht zugänglichen Buch suchen.

 

Der Stil der Erzählung

Das Buch ist durchweg aus der Ich-Perspektive von Roja erzählt. Diese Wahl der Perspektive ermöglicht einen direkten und persönlichen Zugang zu Rojas Gedankenwelt, die mit einem leicht ironischen und sarkastischen Unterton durchsetzt ist. Dieses kleine Detail macht die Geschichte auch für ältere Kinder unterhaltsam, da es mit einem Schmunzeln die klassischen Märchen-Klischee aufräumt.

 

Formale Aspekte

Die märchenhaften Drei ist optimal auf die Bedürfnisse von Erstlesern zugeschnitten:

  1. Schriftbild: Die Schrift ist groß gewählt, die Absätze angenehm kurz und die Seiten nicht mit zu viel Inhalt auf einmal überschwemmt.
  2. Sprache: Die Sprache ist durchgehend einfach und leicht für Kinder zu verstehen, ohne die Komplexität der Handlung zu beeinträchtigen.
  3. Struktur: Die Kapitel sind übersichtlich kurz gehalten, was schnelle Erfolgserlebnisse garantiert und ideal für das Lesen in Etappen ist.
  4. Gestaltung: Die Textseiten werden durch ganz selten vereinzelt auftretende, kleine Illustrationen ergänzt, die das Gelesene untermalen, ohne die Fantasie zu sehr einzuschränken. Ein paar farbige Elemente mehr hätten vielleicht an der ein oder anderen Stelle ganz gut getan.

 

Das Setting und die Protagonistin

Die Handlung beginnt in Rojas ungeliebten Sommerferien, die sie bei ihrer Oma im Wald verbringen muss. Die Umgebung entpuppt sich schnell als Märchenwald, als Roja den sprechenden Wolf Lupetto trifft. An diesen kann sie sich noch aus ihrer frühsten Kindheit erinnern, doch dachte Roja immer, sie hätte sich nur eingebildet, dass der Wolf sprechen kann. Sie findet heraus, dass sie Teil einer speziellen Blutlinie ist (die auch ihren Opa und ihre Mutter einschließt), die die Fähigkeit besitzt, mit Tieren zu sprechen / sich mit Märchenfiguren zu verständigen – eine klassische, aber effektive magische Einführung. Roja selbst wirkt für mich reif für ihr Alter (das, glaube ich, nie näher beschrieben wird), wobei ihre Ironie ihre Intelligenz und Beobachtungsgabe unterstreicht.

 

Das ungleiche Suchteam

Der zentrale Plot beginnt, als Roja auf die sechs der sieben lebendigen (Garten)zwerge trifft. Der griesgrämige Zwerg Merry (der oft schlecht gelaunt ist) informiert sie darüber, dass der siebte Zwerg, Guv, verschwunden ist. Roja, Lupetto und Merry bilden das ungleiche, aber schlagkräftige Suchteam.

Achtung Spoiler zur Handlung:

Ihr erster Halt ist bei Schneewittchen, die als sehr klischeehaft, aber irgendwie total niedlich dargestellt wird. Hier wird das Motiv für Guvs Verschwinden enthüllt: Guv war zum Riesen Buog unterwegs, um heimlich einen Verwandlungstrank zu finden. Sein Ziel war es, von einem Zwerg zu einem normalen Mann zu werden, da er sich unsterblich in Schneewittchen verliebt hat. Der Antagonist der Geschichte ist der Riese Buog, zu dem die Helden eine Bohnenranke hinabsteigen müssen. Der Riese hält nicht nur Guv gefangen, sondern auch eine Gute Fee. Die Spannung nimmt zu, als Roja beim Rettungsversuch selbst von Buog gefangen genommen wird. Erst durch die gemeinsamen Anstrengungen von Merry und Lupetto wird Roja befreit. Alle arbeiten zusammen, um aus dem Abgrund zu entkommen. Als Dank erhält Roja von der Guten Fee einen Wunsch.

Das Buch endet mit einem „klassischen“ Cliffhanger zu einem Band 2: Nach dem Abendessen bei der Oma taucht der mysteriöse Busfahrer wieder auf. Roja steigt ein, was auf ein nächstes Abenteuer und die Möglichkeit einer fortlaufenden Reihe hindeutet.

 

Fazit

Die märchenhaften Drei ist ein gelungenes Kinderbuch. Es überzeugt nicht nur durch seine altersgerechte Aufmachung und flüssige Sprache, sondern vor allem durch seinen interessanten Umgang mit dem Märchengenre. Die Autorin webt Spannung, Humor und tiefer gehende Themen wie Freundschaft und das Hinterfragen von Vorurteilen (Buogs wahre Geschichte) geschickt in die Erzählung ein.

Der leicht ironische Unterton ist ein großer Pluspunkt, der das Buch von vielen anderen abhebt. Es macht Spaß, Rojas dezenten Seitenhieben auf klassische Märchen-Klischees zu folgen.

Das Buch hat das Potential zu einem gelungenen Mehrteiler: Die offene Tür des Busfahrers, der Roja zum nächsten Abenteuer mitnimmt, ist eine perfekte Aufforderung zur Fortsetzung. Es wäre sehr wünschenswert, die Böse Königin als übergeordneten Antagonisten zu sehen und Roja, Lupetto und Merry auf weiteren Missionen zu begleiten, um sie letztendlich zu Fall zu bringen.

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